Iversheim

Wer Fabriken in die jüngere Zeit datiert, hat meistens Recht, nicht jedoch am Nordrand von Iversheim, einem Stadtteil von Bad Münstereifel. In Iversheim findet sich eine Fabrik, die gut 1.700 alt ist. Die Kalkbrennerei in Iversheim ist ein einmaliges Zeugnis römischer Kalkgewinnung im großen Stil.

Beim Verlegen einer Wasserleitung fand man nördlich des Ortes an einem Hang im Erfttal nahe der Bundesstraße B 51 die Manufaktur und legte das Zeugnis der Geschichte 1966-68 frei. Man fand sechs Öfen in einer gut 30m langen Anlage. Vermutlich sind dort aber auch noch weitere. Eine Brennanlage misst 3m und liefert pro Brennvorgang 15 Kubikmeter Kalk. Bei der Entdeckung der römischen Kalkbrennerei war ein Ofen noch komplett befüllt und die Forscher konnten herausfinden, wie damals gearbeitet wurde.

Es wurde sogar ein Brennversuch unternommen. Man nehme 60 Raummeter Holz von Weiden und Pappeln und 22 Tonnen Dolomitgestein, stecke alles in Brand, lasse es bei rund 1.000 Grad Celsius backen und heraus kommen nach sechs Tagen inklusive Abkühlungszeit 12 Tonnen einsatzfähiger Kalk. Der fand unter anderem Verwendung bei den Gerbern und Färbern. Über einem Teil der Kalkbrennerei wurde ein Schutzbau errichtet, der drei der Öfen beherbergt. Außerhalb des Baus wird ein restaurierter Ofen, mit dem der Brennversuch stattfand, gezeigt.

Iversheim hatte auch mal eine Burg. Die vermutet man nördlich der Kirche. Die katholische Pfarrkirche St. Laurentius wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut unter Verwendung eines älteren Turms. Im Inneren der weiß verputzten, vierachsigen Kirche mit rundem Chor ist eine schöne lebensgroße Madonnenfigur aus dem 15. Jahrhundert zu bewundern und andere Skulpturen, wie der des heiligen Antonius und Johannes aus dem 16. Jahrhundert. Wer sich für Glasmalerei interessiert, wird in Iversheim einige schöne Arbeiten finden.