Herkenrath (Bergisch Gladbach)

Herkenrath liegt im Osten des Stadtgebiets von Bergisch Gladbach und soll bereits von Römern als Bergbaugebiet genutzt worden sein. Heute ist Herkenrath ein gemütlicher Wohnort, der sich rund um die ehrwürdige katholische Pfarrkirche St. Antonius Abbas gruppiert.

Die St. Antonius Abbas Kirche wurde im 12. Jahrhundert als romanische Hallenkirche erbaut. Aus dieser Zeit stammen auch noch wesentliche Bauteile wie der viergeschossige Turm und das zweijochige Langhaus. Unter der romanischen Steinkirche sind aus der Zeit um 1000 archäologisch die Grundmauern einer weiteren Saalkirche nachweisbar. 1892 wurden der Chor und die beiden Seitenapsiden durch Neubauten ersetzt, die wiederum 1962-64 einem schlichteren Anbau weichen mussten. So zeigt sich heute die Anoniuskirche in Herkenrath als spannendes Cross-Over-Projekt aus Romanik und Moderne.

Da wo es katholische Kirchen gibt, gibt es zumeist auch ein Kirchweihfest – gemeinhin Kirmes genannt. Die Herkenrather Kirmes findet immer am ersten Juliwochenende statt und hört auf den Namen Decke-Bunne-Kirmes – weil zeitgleich die rheinischen Dicken Bohnen reifen. Mit Schürreskarren-Rennen, kleinem Rummel und Livemusik ist die Decke-Bunne-Kirmes zu einem gemütlichen Volksfest geworden.

Verlässt man Herkenrath in östliche Richtung wird’s schnell noch gemütlicher, denn die dichte Bebauung weicht den typischen bergischen Kleinstweilern. Einer davon – noch auf dem Stadtgebiet von Bergisch Gladbach – ist Oberkülheim. Hier entstand 1973 das Bauernhausmuseum, ein privates Freilichtmuseum, das von der Familie Clemens betrieben wird. Das bergische Bauernhausmuseum besteht aus einer Remise mit landwirtschaftlichen Geräten, dem Hofeingang, der Hauskapelle, dem Backhaus mit angebautem „Herzhäuschen“, dem Waschhaus mit einer Bügeleisensammlung, dem Bienenhaus und dem Ziehbrunnen mit über tausend Fundstücken aus dem Brunnenschacht. Um den originalen Eindruck nicht zu stören, wurde auf Vitrinen und Absperrungen verzichtet.