Hemsbacher Rundwanderung (Bergstraße)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 49 Min.
Höhenmeter ca. ↑226m  ↓226m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Zwischen Heppenheim im Norden und Weinheim im Süden liegt Hemsbach, das östlich von der dritten Etappe des Burgensteigs Bergstraße umgangen wird. Wir sind zum Umgehen zu interessiert an dem 12.000-Seelen-Städtchen in der Metropolregion Rhein-Neckar, das 795 im Lorscher Codex erstmalig auftauchte.

Wir starten am Bahnhof Hemsbach, wenden uns dem Zentrum mit historischem Baubestand zu. Von der Bachgasse biegen wir nach rechts in die Hildastraße und treffen auf Reste einer Burg mit dem Ritterhaus Zehntscheuer, als ältestes Gebäude Hemsbachs, das auf eine Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert zurückgeht.

Baulichen Zeitsprung erleben wir im Angesicht des Hemsbacher Rathauses im einstigen Rothschild-Schloss. Der mittlere Trakt geht auf das Jahr 1764 und die Villa des kurfürstlichen Jagdrats Besen zurück, 1839 kaufte Baron Rothschild die Villa und baute sie in der heutigen Optik aus. Es hat was von einem Palazzo.

Die Alleestraße streift die Christuskirche (1936), deren Turm wir sehen können. Wir kreuzen die Landstraße (B3) und kommen ins Umland von Hemsbach. Der Märzbrunnenweg geleitet uns durch den Weinbau am Alteberg (235m) und der Teufelslochweg durch den Wald zu einer Schutzhütte bei einer Lichtung. Linkerhand ist der Alte Jüdische Friedhof.

Wir kommen auf dem Oberen Mühlweg, einem Fahrweg zum Parkplatz Langer Grund. Bei der Förster-Braun-Hütte ist Rast- und Grillmöglichkeit. Rund 4,2km haben wir an der Stelle und 214m in der Höhe. Nach weiteren gut 500m sind wir ca. 50m höher, am höchsten Punkt der Wanderung.

Abwärts geht’s und durch den Hemsbacher Herrnwingert, dessen Erzeugnisse beispielsweise als Spätburgunder Rosé in 0,75l-Flaschen zu haben sind, mit waldfruchtigem Aroma. Unser Weg heißt jetzt Bennberg und ist eher trocken. Eppenweg und Mühlweg, Landstraße queren und Bachgasse – schon hat uns das schmucke Städtchen wieder.

Links sehen wir das Alte Rathaus, 1698 gebaut, 1851 bis auf den Turm abgebrannt, wieder aufgebaut und heute dem Gemeinderat dienlich. Gegenüber ist die barocke katholische St. Laurentius Kirche (1747-49), die bis zum Bau der Christuskirche simultan Gläubige aufnahm.

Beim Golem biegen wir zur ehemaligen Synagoge Hemsbach ein, die 1848 im Rundbogenstil fertig wurde. Auf zwei Geschossen ist auch ein Betsaal mit Frauenempore und ein Bad. Carl Mayer von Rothschild förderte den Bau mit einer ordentlichen Schippe Kies (hebr. kessef = Geld). Die Synagoge, im Besitz der Stadt, dient heute der Kultur und dem Gedenken an die Hemsbacher Juden, die durch die Nazis ihr Leben ließen. Durch die Bachgasse kommt man im weiteren Verlauf zum Rundenende.

Bildnachweis: Von Thomas Pusch [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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