Heidenhäuschen

Landgasthof RudolphLandgasthof Rudolph

Das Heidenhäuschen (398m) ist ein Bergrücken, der das Wahrzeichen des Ortes Hangenmeilingen im Elbbachgrund ist. Das bewaldete Heidenhäuschen verfügt über ein ausgedehntes Blockmeer aus Olivinbasalten. Olivine sind gesteinsbildende Mineralien und bilden den Hauptbestandteil des Erdmantels. Sie entstehen u.a. bei Vulkanausbrüchen durch die rasche Erkaltung geschmolzenen Steins an der Erdoberfläche. Ein solches Ergussgestein ist der Basalt.

Die Landschaft am Heidenhäuschen ist seit 1927 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Erhaltungsziele des Gebiets sind der Waldmeister-Buchenwald und die Schlucht- und Hangmischwälder. Daneben wachsen hier einige Bäume, die auf der Roten Liste verzeichnet sind. Hierzu zählen die zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) und die grünliche Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha).

Seinen Namen hat das Heidenhäuschen nicht von den heidnischen Kelten, die hier einst eine Fliehburg unterhielten. Vielmehr leitet er sich von einer ehemaligen Gerichtsstätte ab. Die unter König Dagobert I. um 633 niedergeschriebene Gesetzessammlung der Ripuarischen Franken Lex Ribuaria bestimmte das "harahus" als die Stätte, an der Eide zu schwören waren. Dieser Name hat sich im mundartlichen hârehäusje erhalten und wurde im frühen 19. Jahrhundert als Heidenhäuschen interpretiert.

Das beliebte Wanderziel bietet einen wunderschönen Blick in den ansteigenden Westerwald und in das Limburger Becken. Das Heidenhäuschen erreicht eine Höhe von knapp 400m ü. NN und überragt das angrenzende Limburger Becken sowie den Elbbachgrund um bis zu 200m. Eine Schutzhütte und Bänke bilden für Wanderer eine gute Möglichkeit für einen Zwischenhalt.