Hanau-Kesselstadt

Restaurant-Gästehaus WilhelmshöheRestaurant-Gästehaus Wilhelmshöhe

Kesselstadt liegt an der Einmündung der Kinzig in den Main. Die Kinzig hat von ihrer Quelle in Sterbfritz bis hierhin eine Strecke von 86km zurückgelegt. Seit 1907 gehört Kesselstadt zu Hanau. Der Main begrenzt Kesselstadt nach Süden hin, dort ist auch das Schloss Philippsruhe mit Park. Von hier aus führen sternförmig Alleen ins Umfeld. Der alte Ortskern von Kesselstadt liegt um die Friedens- und die Reinhardskirche zwischen Schloss Philippsruhe und der Kinzigmündung.

Die Reinhardskirche entstand 1734 unter Graf Reinhard III. von Hanau-Lichtenberg und war lutherisch. Unten befand sich eine Schule und die Lehrerwohnung, drüber war der Kirchensaal. Von 1907-64 diente die Kirche mit dem Türmchen als Schule, seit 1977 ist sie Bürgerhaus und ein Treffpunkt für das Vereinsleben.

Eine prima Silhouette gibt der Turm der evangelischen Friedenskirche ab. 1275 wird erstmalig eine Kirche in Kesselstadt benannt. Auf dessen Fundamenten wurde die Friedenskirche 1904 im neugotischen Stil auf der Anhöhe Lindenrain errichtet. Die Vorgängerbauten wurden mit unterschiedlicher Pflasterung markiert. Das schwarze Kopfsteinpflaster an der Südostecke kennzeichnet die Ausmaße einer romanischen Kirche (10. bis 12. Jahrhundert) und das Bruchsteinpflaster zeigt einen polygonalen gotischen Chor.

Nur wenige Meter entfernt ebenfalls in der Philippsruher Alle steht das Wahrzeichen von Kesselstadt: der 42m hohe Wasserturm, der in toskanischer Art mit farbigen, vornehmlich gelben Ziegeln verkleidet ist. Der Wasserturm wurde um 1878 errichtet, um den erforderlichen Wasserdruck für die Springbrunnen auf Schloss Philippsruhe zu gewährleisten.

Zwischen Friedenskirche und Wasserturm steht das Olof Palme Haus, ehemals als Westerfeldsches Hofgut bekannt. Der repräsentative Bau des adeligen Anwesens begann 1654. Westerfeldsches Gut war es ab 1712, später folgten diverse andere Nutzer. Heute dient das Olof Palme Haus in Kesselstadt als Kulturzentrum.

Im alten Kesselstadt-Kern können einige große Fachwerkbauten bewundert werden. Das Haus Anker zieht bereits seit Jahrhunderten Gäste an und ist nach wie vor ein Landgasthof. Der älteste Gasthof ist die Speise- und Schankwirtschaft Zum Rothen Löwen, im Volksmund auch: Zum blutigen Knochen. Bauern, Fischer und Leinreiter nahmen hier früher bereits ihren abendlichen Absacker.

Leinreiter waren entlang des Mains unterwegs. Der Kesselstädter Leinpfad, mit Basalt gepflastert, wurde von den Männern dieses Berufstandes oft gegangen. Sie treidelten die Mainschiffe mit der Kraft von Ochsen und Pferden mainaufwärts. Hinunter trieben die Schiffe von selbst.

Von selbst aufgetaucht ist der Taucher am Dorfbrunnen, in den Händen fette Beute, wenn das Märchen um den Dorfbrunnen stimmt. Während des Dreißigjährigen Kriegs soll im Brunnen ein Münzschatz versteckt gewesen sein. Vom Taucher geborgen, der auf der Flucht seine Ausrüstung liegen ließ.

Auch fluchtartig verließen die Römer die Wetterau und gaben ihren Grenzwall Limes auf. Der Limes wurde in Kesselstadt durch das Kastell Salisberg geschützt. Das zugehörige Kastellbad wurde auf dem Kesselstädter Friedhof in Grundmauern freigelegt.