Haigerloch: Römerturmweg durch die historische Altstadt


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 8 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 19 Min.
Höhenmeter ca. ↑337m  ↓337m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Entlang der Talkante des Eyachtales wander wir rund um Haigerloch mit zahlreichen Aussichten ins schöne „Felsenstädtchen“ mit Schloss und Schlosskirche sowie dem markanten Römerturm in der Oberstadt.

Wir sind im Zollernalbkreis, nordwestlich der Schwäbischen Alb in einem steilen Muschelkalktal, wo die Eyach zwei schöne Rundungen zeigt. Was noch gezeigt wird: wildwachsender Flieder, weshalb Haigerloch sich auch noch als „Fliederstädtchen“ bezeichnet.

An der Marktstraße, in einem Bogen der Eyach, steht die Unterstadtkirche St. Nikolaus aus dem 13. Jahrhundert, wobei der heutige Chor mit Netzgewölbe aus dem 16. Jahrhundert ist.

Das Schloss Haigerloch, stammt als Burganlage laut Ersterwähnung aus dem Jahr 1095, ums genauer zu verorten: Die Burg war am Ort des Römerturms. Im 12. Jahrhundert wurde hier, wo das Schloss den Felsen schmückt, eine zusätzliche Burg errichtet. Im 16. Jahrhundert, im Besitz derer von Hohenzollern, entstand diese repräsentative Renaissanceschloss. 1700 kam ein weiterer Bau hinzu.

Die gotische Pfarrkirche St. Trinitatis war damals Schlosskirche, die 1609 fertig war. Die Fresken, Stuckaturen, Schnitzwerke sind ein wahrer Augenschmaus. Unglaublich kommt einem daher die Realität vor, denn unter der Schlosskirche wurden 1944/45 Kernspaltungsversuche unternommen, davon zeugt das Atomkeller-Museum.

Wir kommen zum Aussichtspunkt Kapffelsen mit Panoramablick über Haigerloch. Der Wanderweg schlängelt sich entlang dem Hang. Durch die Fliederbüsche und Laubbäume fällt der Blick immer mal wieder auf das Felsenstädtchen. 

Die L410 wird gequert und anschließend kommen wir zu einer Aussicht mit Westblick. Von hier aus kann man sehr gut das einstige jüdische Haagviertel nebst dem jüdischen Friedhof erspähen. Wir gehen in einem spitzen Winkel südlich von Haigerloch durch den Hinteren Haagwald und queren die Eyach. Am Mühlgraben passieren wir den jüdischen Friedhof. Im Haag kommen wir an der ehemaligen Synagoge mit Museum vorbei.

Nach links biegen wir ins Kläusengässle. Bei der Pfleghofstraße steht rechts von uns die evangelische Kirche von 1863 im Stil der Neugotik. Nun geht’s zum Römerturm, der den verkehrsberuhigten Bereich der Oberstadt abschließt. Der Römerturm an der Stelle der ersten Burg, hatte früher einen Fachwerkaufsatz. Heute sehen wir auf dem quadratischen Gemäuer einen oktogonalen Turmaufsatz. Dort ist auf rund 19,5m eine Aussichtsmöglichkeit mit herrlichem Rundumblick. Wir haben an dieser Stelle etwas über die Hälfte der Runde bewältigt.

Es geht wieder in südliche Richtung aufwärts und per Zollerblickweg zum Zollerblick mit Aussicht ins Eyachtal und zur Schwäbischen Alb. Etwas zur Geologie und Biologie erzählt der Naturlehrpfad Zollerblick.

Wir treffen auf die Gruoler Straße, halten uns links und kommen zum Rosengarten Haigerloch. Wir wandern durch Feldflur und entlang einer Flachdachsiedlung zum Wasserturm, von dem aus man auf die Zollernalb schauen kann.

Wenn wir auf die Hohenbergstraße stoßen, biegen wir nach rechts ein und kommen zur St. Anna-Wallfahrtskirche im Stil des Barocks und Rokokos, deren fantastisch ausgeschmücktes Inneres man sich anschauen sollte. Wir schlagen noch einen Bogen mit der Eyach und kommen bei der Unterkirche wieder aus.

Bildnachweis: Von Felix König [CC BY] via Wikimedia Commons

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