Große Rundtour durchs Pfrunger-Burgweiler-Ried


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 46 Min.
Höhenmeter ca. ↑128m  ↓128m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Das zweitgrößte Moorgebiet Südwestdeutschlands kann man mit allen Sinnen entdecken auf einem der verschiedenen Rundwege. Die Riedlehrpfade haben zwischen 1 und 5km, die Moorseen lassen sich innerhalb 6km entdecken, weitere Wege mit Wiesen, Bannwald oder um den Großen Trauben bieten auch weitere Einblicke. Wir gönnen uns quasi alles: Bach mit Ostrach und Tiefenbach, Seenlandschaft mit Vogelsee und Fünfeckweiher am Riedwanderweg. Wir gönnen uns auch ein Fernglas und Insektenschutz.

Wir parken an der K7964 an der Ostrach, die gen Norden fließt, um in die Donau zu münden. Die Straße verbindet Riedhausen nordöstlich mit Pfrungen südlich von uns. Das Pfrunger-Burgweiler-Ried kommt auf rund 2.300ha und mindestens 12.000 Jahre. Das Moor entstand seit der letzten Eiszeit. Gletscher hoben Becken aus, Schmelzwasserseen bildeten sich zwischen den Endmoränen im Norden (Ostrach) und Süden (Wilhelmsdorf).

Entsprechend des Geländes entstanden regenwassergespeiste Hochmoore, entlang der Ostrach finden sich Überflutungsmoore im Jahreszyklus, es bilden sich Hangquellmoore und wo alles noch mehr fließt sind Durchströmungsmoore. Kurzum, ein bunter Mix idealer Lebensräume diverser Pflanzen- und Tiergesellschaften sowie für Biologielehrer.

Der Mensch kommt nämlich auch noch ins Spiel, zum Beispiel seine Hinterlassenschaften vom Torfstechen oder die seiner Rinder, die die Weiden kurzhalten, sie mit den Hufen pflügen sowie naturaromatisch düngen.

Vielfalt mit dem Uhrzeiger: der Alte Bahndamm Torffabrik bringt uns mit Wald und Wasser durch das Moor. Der Vogelsee entstand durch den industriellen Torfabbau (1920er Jahre) und ist jetzt Heimat von Biber und Eisvogel. Abwechslungsreich geht’s zum Fünfeckweiher, dem auch industriell Torf entrissen wurde. Torf wurde bereits im 19. Jh. abgebaut. Der Riedwanderweg folgt dem Tiefenbach und hat eine Aussichtsplattform.

Wir machen einen waldigen Abstecher und kommen erst dann zum Bannwaldturm (38,8m), der 2016 gebaut wurde, Rundumsicht bietet, wenn man die 218 Stufen rauf ist. Der Bannwald in dem NSG ist der größte in Baden-Württemberg, wo Bannwälder sogenannte Totalreservate sind, die durch niemand gestört werden. Da kann sich die Flora und Fauna wieder austoben. Entlang der Ostrach gelangen wir zum Ausgangsort zurück.

Bildnachweis: Von JVNESLEB - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

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