Großostheim

Die Marktgemeinde Großostheim liegt südwestlich von Aschaffenburg am linken Mainufer. und links vom Main. Die Gemeinde besteht aus den vier Orten Großostheim, Pflaumheim, Wenigumstadt und dem neueren Ringheim. Die Orte gehören zur historischen Region Bachgau und am sehenswerten alten Marktplatz im einstigen Lehenshof Nöthig-Gut gibt es dazu das Bachgau-Museum, das der Geschichtsverein eingerichtet hat.

Großostheim zeigt nicht nur dort seine historischen Seiten, auch finden sich zahlreiche Baudenkmäler rund um Markt und Kirche sowie Reste der alten Stadtbefestigung, die sich entlang der den Ortskern umgebenden Grabenstraße zeigen. Die Stadtbefestigung geht auf das 15. und 16. Jahrhundert zurück. Man findet bauliche Reste wie die Mühlpforte (Grabenstraße 45) und ein Teil in der Friedhofsmauer.

Hoch erhoben zeigt sich der Turm Pflaumheimer Tor in der Grabenstraße 13 an der Ecke zur Pflaumheimer Straße. Der runde Befestigungsturm wird auch Spitzer Turm genannt, wegen seines spitzen Helms. Der Stumpfe Turm steht in der Grabenstraße 20, ein Stückchen südlich vom spitzen. Neben dem Rundturm ist ein Portal (1606).

Geht man nun gegen den Uhrzeiger weiter durch die Grabenstraße, kommt man bei der Nummer 103/105 beim Hexenturm aus. Er ist nicht so hoch wie die anderen erhaltenen Türme und gleich dran ist ein Haus gebaut. Nicht überliefert ist, ob die Seelen der elf Frauen, die im Turm zwischen 1602 und 1603 der Hexenverfolgung geopfert wurden, durch die Räume geistern.

Im Ortskern von Großostheim eröffnet sich dem Besucher ein sehr sehenswertes Fachwerkpanorama. Rund um den Platz liegen die Straßen mit den meisten Baudenkmälern, wie die Straße am Kirchberg, Pfarrgasse, Kanzleistraße, Marktgasse, Breite Straße oder Bachstraße, hier steht auch Nepomuk aus Sandstein und dem 18. Jahrhundert. Die meisten Häuser stammen aus der Zeit ab dem späten 16. Jahrhundert bis ins 18./19. Jahrhundert. Unten sind sie meist massiv gemauert und haben dann ein Fachwerkgeschoss unter einem Satteldach oder wie in der Breiten Straße, ein Halbwalmdach.

An der Ecke Breite Straße/Haarstraße hat sich der Hufschmied Peter Drippel ein spätgotisches Kapellchen gebaut. Das war 1517 und das Kapellchen steht unter dem Patronat von St. Eligius. Der Heilige (um 600) war Goldschmied und ist auch Schutzpatron der Hufschmiede.

Eine Ausnahme in der Fachwerkoptik bildet das Rathaus Großostheim in der Breiten Straße, es ist aus Sandsteinquadern und dem Jahr 1888 im Stil der Neorenaissance und zeigt sich mit als mehrgliedriger Baukörper mit dreieckigen Giebeln und schmückenden Aufsätzen in Form von kleinen Obelisken und Kugeln. Auch gibt es eine Glocke im Rathausgiebel.

Den Platz rahmt auf der anderen Seite die katholische St. Peter und Paul Kirche ein. Die Kirche St. Peter und Paul wurde im 13. Jahrhundert begonnen und erfuhr natürlich einige Veränderungen seit dem. Man sieht Romanik und Gotik, Spätgotik mit den spitzbogigen Fenstern, im gotischen Chor stehen barocke Altäre, spätgotische Fresken, imposante Deckengemälde aus dem frühen vergangenen Jahrhundert zieren ebenso.

In der nunmehr dreischiffigen Kirche ist eine Figurengruppe ein besonderer Schatz, nämlich die Beweinung Christi von Tilmann Riemenschneider. Die Beweinung Christi ist in die Zeit um 1509 bis 1515 datiert. Riemenschneider zählt zu den bedeutendsten Bildhauern und -schnitzern in der Übergangszeit der Spätgotik zur Renaissance.