Grenzüberschreitende Wanderung bei Hinterfirmiansreut (Bayerischer Wald)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 40 Min.
Höhenmeter ca. ↑156m  ↓156m
Kein Wegzeichen hinterlegt

An der deutschen Grenze zu Tschechien stoßen wir im unteren Bayerischen Wald auf Ortsnamen mit den Bestandteilen Firmian und Reut. Sie gehen alle auf den Passauer Fürstbischof Leopold Ernst Graf von Firmian (1808-1783) zurück. Die Besiedlung galt im 18. Jahrhundert der Grenzsicherung des Hochstifts Passau gegenüber Böhmen.

Der Bestandteil Firmian betrifft den Bischof und Reut deutet auf Rodung – man musste vermutlich erstmal Platz schaffen. Halbe-halbe werden wir auf deutscher und auf tschechischer Seite wandern.

Start ist in Hinterfirmiansreut, dessen volkstümlicher Name kurz Schmelz lautet. Hinterfirmiansreut ist weniger vom Wintersport-Tourismus beherrscht, wie das höher liegende Mitterfirmiansreut südöstlich von uns, am Fuße des Almbergs (1.139m). Der Grenzspaziergang wird abwechslungsreich und entspannt, wir sind ja keine Schmuggler wie anno dazumal, die Zugochsen nach Böhmen bringen wollen.

Menschliche Naturkultivierung und Wälder liegen am Kranitzweg, über den wir zum Nachbarn gehen, den wir bereits nach 800m mit Grenzübertritt erreichen. Wiesen, teilweise auch Feuchtwiesen, Felder und Wälder auch hier, wo wir vermehrt auf Akzente treffen, die wir so nicht auf der Tastatur haben. Wir treffen auf einige geschützte alte Bäume, Wegekreuze und eine Kreuzung namens Josefov. Nach 3,4km insgesamt haben wir bei 1.021m den höchsten Punkt der Runde erreicht, bleiben in höheren Lagen und wenden uns gen Westen.

Durch den Wald erreichen wir unbescholten wieder die deutsche Seite. Leicht abwärts geht es zurück nach Hinterfirmiansreut, wo wir durch die Geißbergstraße am Wasserhäusl vorbeikommen.

Im 18. Jahrhundert, so heißt es, war diese Grenzgegend bei den Menschen wenig beliebt. Es war frisch, aufgrund der Höhenlagen lag lange Schnee, die Winter dauerten länger und so manch ein Beamter, darunter auch Lehrer, betrachteten ihren Einsatz hier als Strafe. Wie sich das alles ändern kann: jetzt können Menschen da arbeiten, wo andere Urlaub machen.

Bildnachweis: Von Flodur63 [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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