Gotik-Tour Süd (Tann-Zeilarn-Kirchdorf am Inn)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 87 km
Gehzeit o. Pause: 19 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑1033m  ↓1033m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Von Tann ins nördliche Walburgskirchen zum Gnadenbrünnl Wittibreut gen Osten nach Kirchdorf am Inn im Süden und dort zum „Ratgeber“, retour über Julbach am Schlossberg, westlich an den Tanner Bach: Gotik in allen Himmelsrichtungen und apropos Himmel, etliche katholische Pfarrkirchen huldigen Mariä Himmelfahrt. Rund 260 Kirchen und Kapellen sind in Deutschland der dahinscheidenden Gottesmutter geweiht, allein 145 in Bayern.

Diese Gotik-Tour im Landkreis Rottal-Inn wird in drei Etappen empfohlen: 21km von Tann bis Walburgiskirchen, 35km bis Kirchdorf am Inn und von dort bis Tann nochmal 35km. Das ist schon recht ambitioniert. Umgeben ist man zumeist von Feldfluren, nördlich ist der Grasenseer Bach ein Begleiter, im Süden geht’s einmal steil hinab an den Inn und noch steiler kurzfristig aufwärts, von Julbach auf rund 377m in den Wald hinauf bis auf rund 515m.

In Tann steht die klassizistische Kirche St. Petrus und Paulus. Der Marktplatz ist durch den Inn-Salzach-Stil geprägt, gut erkennbar an den geschlossenen (Schein-)Fassaden. Wir treffen den Tanner Bach und haben eine gotische Begegnung in Schildthurn mit der Wallfahrtskirche St. Ägidius (um 1237), für das kleine Dorf ist sie sehr auffällig. Sie hat den höchsten Dorfkirchturm in Deutschland: 78m! Der wurde 1531 fertiggestellt.

Wir kommen abwärts an den Türkenbach, an einer Kapelle vorbei nach Zeilarn mit der gotischen Kirche St. Martin und neugotischer Innenausstattung. Wir wandern gen Norden über Gehersdorf mit Backsteinkirche nach Rogglfing und Mariä Himmelfahrt, die im Inneren in den 1970ern umgestaltet wurde. An St. Martin von Mitterskirchen geht’s vorbei an den Grasenseer Bach, dem wir ein Stück gen Osten folgen. In Walburgskirchen erwartet uns St. Walburga (Backsteingotik). Wenn wir nach gut 600 Jahren auch noch so frisch aussehen!

Ausgeruht geht’s am zweiten Tag gen Süden nach Eiberg und St. Petrus, deren gotischer Bau barockisiert wurde. Ortsbildprägend erhebt sich als nächstes die gotische Kirche St. Michael über Zimmern. Fast 7km sind es bis zum nächsten sakralen Bauerlebnis in Wittibreut, das gleich drei Heiligen gedenkt: Maria, Phillip und Jakob, aus dem frühen 14. Jahrhundert mit auffallendem Backsteinturm.

Felder, Wiesen, Weiler und Höfe, der Antersdorfer Bach, eine Landschleife liegen auf dem weiteren Weg, der per Abstecher zur Kirche Heilig Kreuzauffindung in Eggstetten führt. Rund 8km sind es bis zum Etappenziel, auf dem die Höhenmeter purzeln, wir mit Wald und Hitzenauer Bach wandern und in Kirchdorf am Inn auskommen. Das Abendgebet können wir dort der mit baulichen Details angereicherten Kirche Mariä Himmelfahrt (um 1500) anvertrauen.

Tag 3 führt uns ans Inn-Altwasser. In Seibersdorf ist die Kirche St. Jakob d. Ä. aus Tuffsteinquadern und im Ort ist ein Schloss (privat). Durch einen Waldabschnitt geht’s gen Norden, wir kommen über die Bahn München-Simbach, Buch und Oberjulbach nach Julbach mit der Kirche St. Bartholomäus (1484). Es wird steiler. Bei Julbach findet sich auch eine Burgruine mit Aussichtspunkt. Rund 5km später sind wir bei St. Alban (1473) in Taubenbach mit Wallfahrtskapelle. Achtgeschossig mächtig wirkt der Turm. Am Tanner Bach machen wir einen Abstecher zur Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Lanhofen, der rund 2,5km ausmacht. Bis Tann sind es von der Winkelmühle aus „zwei Kirchen“ und 13km.

Bildnachweis: Von Konrad Lackerbeck [CC BY] via Wikimedia Commons

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