Goldammerweg (von Landshut nach Altötting)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 78 km
Gehzeit o. Pause: 17 Std. 2 Min.
Höhenmeter ca. ↑676m  ↓661m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Als Pilgerreise wird dieser Weg genannt. 78km pilgern mit Wanderrichtung von Nordwest nach Südost. Um ein paar Landmarken zu nennen: Start ist am Stausee Altheim, mit der Isar durch Landshut, neben der Bahnstrecke nach Geisenhausen und über die Kleine Vils, durch Vilsbiburg mit der Großen Vils, bei Aich trifft man die Bina und die Bahn, durch den Wald Brunnholz nach Egglkofen an der Bahn, durch jede Menge Feldflur und Wiesen nach Neumarkt-Sankt Veit an der Rott, durchs Tal mit dem Freilinger Bach, über Pleiskirchen und die Isen an den Isenstausee, über die A94, den Inn und Neuötting nach Altötting.

Eingangs fiel ein paarmal das Wort Bahn, man könnte, bei wenig Zeit, auch Teile mit dem Zug fahren. Die reine Wanderzeit wird mit 17 Stunden angegeben. Start ist der Stausee Altheim bei Landshut, der die Isar zwischen Ergolding und Altheim staut.

Wir wandern von dort über die Isarinsel Mitterwöhr zwischen der Kleinen Isar und der Großen Isar nach Landshut, in dessen Zentrum wir nach den ersten 7km angelangt sind. Landshut hat eine schöne Altstadt mit Heilig Geist, Ursulinenkirche, der großen Martinskirche, Dominikanerkirche St. Blasius, St. Jodok, Jesuitenkirche Sankt Ignatius, Ursulinenkirche und die sehenswerte Burg Trausnitz, zudem einige Museen.

Mit dem Roßbach geht’s gen Südwesten. Wir streifen Kumhausen, Siegerstetten, Obergangkofen, Unterganghofen, Narrenstetten, Hörlkam und kommen über Rampoldsdorf und die Kleine Vils nach Geisenhausen. Bis hier sind es rund 22km. In Geisenhausen ist die imposante spätgotische Kirche St. Martin, die ein ganz klein bisschen an die in Landshut erinnert, was ihre Aufteilung mit dem hohen Turm anbelangt.

Durch überwiegend ländliches Idyll mit etlichen Feldfluren wandern wir von Geisenhausen die LA8, biegen bei Gallersgrub nach links ab. Wiesen und Felder umgeben die Weiler: Steinberg und Ippenberg mit einer Lourdeskapelle auf unserem Weg nach Vilsbiburg. In dessen Mitte haben wir rund 32km Pilgern geschafft.

Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Vilsbiburg weiß ihren Turm auch hübsch gen Himmel zu recken. Sehr schmuck ist der Stadtplatz mit den gepflegten Häusern nebst dem Oberen Torturm und der einstigen Spitalkirche mit dem Heimatmuseum. Die gesamte Altstadt von Vilsbiburg ist im Kern aus dem 13. Jahrhundert und als Ensemble denkmalgeschützt.

Die Wanderung folgt einem Stück dem Vils-Flutkanal, beim Stadtbad trifft man auf die Große Vils. Durch Feldflure kommen wir bei Aich an die Bina und wandern durch den Wald Brunnholz nach Egglkofen. 44km sind es bis hier. Von Neumarkt-Sankt Veit trennen uns noch ca. 8km, die abwechslungsreich durch eine Mosaiklandschaft mit Wiesen und Feldern, Wald und Weilern zu unterhalten wissen.

Neumarkt-Sankt Veit liegt an der Rott und für uns gibt es sicher ein Bett. Das Ensemble am Stadtplatz ist denkmalgeschützt und entspricht der mittelalterlichen Planung. Das langgestreckte Rechteck schließt mit dem Johannesplatz und der Kirche St. Johann Baptist ab. Wir wandern zum Sankt Veit den Namen gebenden ehemaligen Kloster St. Vitus (St. Veit), einst Wirkungsstätte der Benediktiner. Die einstige Klosterkirche stammt im Kern aus dem 15. Jahrhundert, wurde aber mehrfach baulich verändert.

Der nächste Pilgerhappen führt uns mit dem Freilinger Bach nach Niedertaufkirchen, das wir streifen. Alsdann wandern wir mit dem Taufkirchner Bach und dessen Auenlandschaft. Pilgerrast bietet sich an der Kirche Heilig Geist bei Stetten an. An der Stelle zeigt der Wandertacho 59km gesamt.

Kurz drauf biegen wir in östliche Richtung, wandern mit Wiesen und Feldern an Hohenbuchbach vorbei, kommen durch ein Wäldchen und über eine Straße an den Johannesbuchbacher Bach, den wir queren. Wir sind wieder mehr gen Süden unterwegs und kommen nach Pleiskirchen mit der Kirche St. Nikolaus. 63km stehen auf dem Zähler. Es gibt ein Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeit und in der Nähe ist ein Golfplatz.

Von Pleiskirchen aus ist die Querung der Isen noch 3km entfernt. Nochmal rund 3km dazu und wir sind am kleinen Isenstausee, der vom Isenkanal gespeist wird. Zwischen uns und dem Inn liegt der Lauf der A94. Wir wandern mit der Inn zur Rechten durch ihre Auenlandschaft und queren sie mit der B299 und biegen nach Neuötting ab, das wir nach gesamt 76km erreichen. In Neuötting ist das Stadtmuseum gegenüber der Kirche St. Nikolaus und der Mörnbach fließt durch das Städtchen.

Mit ihm wandern wir nach Altötting und treffen schließlich beim Pilgern auf den Prälatenweg und beenden die Wanderung am Bruder Konrad Platz in Altötting, bei der Basilika St. Anna und dem Kapuzinerkloster, desweiteren: Stiftskirche, Gnadenkapelle am Kapellplatz, Kloster St. Magdalena Altötting, Stadtgalerie, Wallfahrtsmuseum …

Zur Goldammer: Vögel scheren sich nicht wirklich um Gender, denn im Grunde dürften nur die Männchen Gold-Ammer heißen und da auch nur, wenn sie zur Brutzeit ihr goldenes Prachtgefieder tragen. Goldammern leben in der offenen Kulturlandschaft mit Feldgehölzen, Hecken und Büschen. Im Winter ziehen sie in großen gemischten Scharen los und suchen auf Feldern nach verbliebenen Samen. Die Goldammern halten es mit saisonaler Monogamie.

Zum Pilgern: Es heißt ja, man solle nicht mit seinem Partner pilgern. Pilgern man aber ohne Absprache mit dem Partner, ist man den vielleicht nach dem Ausflug los und der andere hat sich eine andere saisonale Monogamie gesucht.

Bildnachweis: Von Bjoern Schwarz [CC BY] via Wikimedia Commons

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