Gelpetal

Die Gelpe ist ein 6km langes Flüsschen, das in seinem Unterlauf die natürliche Grenze zwischen Wuppertal und Remscheid bildet. Ab dem Zufluss des von der Ronsdorfer Talsperre kommenden Saalbachs kennt man die letzten beiden Kilometer des Gelpetals auch unter dem Namen Zillertal.

Im Gelpetal wurde bereits im 10. Jahrhundert Eisen verarbeitet. An Gelpe und Saalbach waren die Schleifkotten und Hammerwerke wie Perlen aneinandergereiht und stellten später aus Eisenrohlingen Stahl her und verarbeiteten diesen zu Sicheln, Sensen, Werkzeugen, Schwertern und Messern.

Diese Zeugen der Frühgeschichte der Industrialisierung Deutschlands sind größtenteils verschwunden. Nur Stauanlagen und Wassergräben, die meist als Bodendenkmäler geschützt sind, berichten noch von der Zeit, als das Gelpetal den Menschen Arbeit und Wohlstand brachte. Der 1980 eingerichtete Industriegeschichtspfad Historisches Gelpetal erläutert auf Tafeln die einzelnen historischen Stätten und deren Funktion.

Neben dem Steffenshammer in Remscheid ist an der Gelpe noch der Käshammer im Wuppertaler Stadtteil Cronenberg erhalten. Die Geschichte des Käshammers lässt sich urkundlich bis 1607 zurückverfolgen. Im 19. Jahrhundert gründete der damalige Besitzer am Käshammer eine Gaststätte, die bis 2005 ein beliebtes Ausflugslokal war. Der Käshammer wird heute als Wohnhaus genutzt, präsentiert sich aber von außen als eine der besterhaltenen historischen Werkstätten in Wuppertal.

Auch ohne den industriegeschichtlichen Background, ist das Gelpetal ein gutes Ziel für einen Tag im Grünen. Gelpetal und Saalbachtal sind auf 154ha als europäisches Naturschutzgebiet ausgewiesen und beeindrucken durch ein äußerst abwechslungsreiches Talsystem, das durch ein Mosaik aus Fettwiesen und -weiden, Nassgrünland, meist feuchten Grünlandbrachen, Quellfluren, Auenwälder und Röhrichte geprägt wird. Das Naturschutzgebiet Gelpe und Saalbach stellt eines der wertvollsten Fließgewässer und Auen mit natürlichen Lebensräumen, vor allem Auenwald, im Bergischen Land dar.