Friedrichssegen

Von Fachbach und Bad Ems entlang der Deutschen Bäderstraße (Bundesstraße B 260) kommend, zieht die Lahn bei Friedrichssegen, einem Stadtteil von Lahnstein, eine ausgedehnte Schleife. Hier liegt ein altes Bergbaurevier, in dem bis 1913 Blei, Spateisen und Zink abgebaut wurde.

Die Geschichte von Friedrichssegen geht zurück bis in das Jahr 1220, als dem Mainzer Erzbischof die Schürfrechte zugesichert wurden. Im 18. Jahrhundert wurden die Gruben im Lahnsteiner Wald einer Oberlahnsteiner Gewerkschaft zum Abbau überlassen. 1852 wurde die Zeche verkauft und in der Folgezeit ständig erweitert: Auf eine Gesamttiefe von 664m und eine Gesamtlänge von 21.723m. 1913 endete der Abbau mit dem Konkurs der Bergwerksaktiengesellschaft Friedrichssegen.

Die Geschichte der Erzförderung am Rhein-Lahn-Eck wird im Bergbaumuseum Grube Friedrichssegen, das im Jahr 2000 eingerichtet wurde, anschaulich dargestellt. Hier finden sich u. a. historische Grubenbilder aus den Jahren 1905-10 sowie über vierzig Exponate echter Friedrichssegener Mineralien. Außerdem ist in einem Modell das Dorf dargestellt, wie es um 1900 ausgesehen hat.

Am Bergbaumuseum befindet sich auch das historische Wasserkraftwerk Friedrichssegen, das 1913 von der Main-Kraftwerke AG erworben wurde. Das 1906 erbaute Wasserkraftwerk ist ein Putzbau mit Backsteingliederung und eines der ältesten Wasserkraftwerke in Deutschland. Noch heute sind die Drehstromgeneratoren aus dem Jahre 1906 sowie die Turbinen von 1937 im Betrieb. Besichtigungen sind auf Anfrage möglich.