Frauenauer Glas-Runde mit Glasmuseum, Gläsernen Gärten und Glasmanufaktur


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 16 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 6 Min.
Höhenmeter ca. ↑429m  ↓429m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Frauenau, Gemeinde und Wallfahrtsort im Bayerischen Wald, liegt am Fuße des Großen Rachels (1.452m) und an der Glasstraße, einer 250km langen Ferienstraße, die sich der amorphen Substanz widmet, die durch Schmelzen erzeugt wird, germanisch glasa = das Glänzende, Schimmernde.

Wir beginnen sozusagen im gläsernen Herzen von Frauenau, das von der Flanitz durchflossen wird, am Museumspark mit dem Glasmuseum Frauenau. Schon das Museumsgebäude als gläsernes Rondell ist eine Einladung zur Zeitreise durch die Glasherstellung, vom Brennofen bis in die künstlerischen Verwendungen. Wer jetzt eine neue Leidenschaft für sich entdeckt, kann diese am Schluss der Runde bei einer Führung durch die Glasmanufaktur Poschinger vertiefen oder im nordwestlich benachbarten Zwiesel auf weitere Glasspurensuche gehen.

Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt steht als nächstes auf dem Plan. Man traut ihr ihr Innenleben nicht zu, wenn man sich dem eher schlichten Bau aus dem 18. Jahrhundert nähert. Imposante Deckenfresken, Malereien und Rokoko-Stuckaturen lassen staunen.

Wir gehen neben der Hauptstraße in nördliche Richtung, biegen nach der Wohnlage Dörfel rechts ab nach Dorfmühle und überqueren den Kleinen Regen. Vom Wasserhäuslweg biegen wir nach links auf den E 6 mit Ziel Trinkwassertalsperre Frauenau, die sich rühmt, eine der höchsten Staudämme Deutschlands zu haben.

Grundwassermangel im Bayerischen Wald war der Auslöser, die Trinkwassertalsperre Frauenau (94ha Wasseroberfläche) zwischen 1976 und 1983 zu bauen. Sie wird gespeist durch die Flüsse Kleiner Regen und Hirschbach. 640m Kronenlägen weist die Staumauer auf, über die uns der Gläserne Steig führt.

Der Weg folgt mit etwas Abstand dem Triftkanal und wir kommen zum Wanderparkplatz Oberfrauenau. Etwa ab hier wird es deutlicher bergauf gehen, nämlich wenn wir auf den Buttermilchsteig einbiegen. Ob der Name etwas mit den Waldweiden, den hier sogenannten Schachten, zu tun hat, wo früher das Vieh grasen durfte?

Durch die Alexanderstraße geht es etwas abwärts, bevor wir uns aufschwingen, um nach gesamt rund 10,5km bei 980m den höchsten Punkt der Runde zu erreichen. Weitere Wanderwegbezeichnungen sind die Querstraße und der Hippolytenweg, der die Spiegelstraße berührt und wo wir dann über die Bahnhofstraße, an Totenbretten vorbei, zurück nach Freienau kommen.

Ein Erlebnis ist auch ein Besuch der Freiherr von Poschinger Glashütte, durch die man eine Führung machen und hautnah hitzig den Glasbläsern zuschauen kann, wie aus einem glühenden Klumpen filigrane Glaswaren entstehen. Die Glasmanufaktur von Poschinger hat 2018 sein 450jähriges Jubiläum – damit ist die Glasmanufaktur von Poschinger die älteste Glasmanufaktur Deutschlands und weltweit die älteste in durchgehendem Familienbesitz.

Zwischen Bahnhofstraße und Moosaustraße erstreckt sich das Areal der Kristallglasfabrik Spiegelau, die denkmalgeschützten Gebäude wurden zwischen 1923 und 1925 errichtet. Die Ersterwähnung geht auf das Jahr 1521 zurück. Und wir sind bald am Ausgangsort zurück – glasklar.

Hier legen wir natürlich noch einen Rundgang durch die Gläsernen Gärten von Frauenau ein. Die Gläsernen Gärten von Frauenau zeigen auf einer Fläche von 8ha 27 große Glasskulpturen und beeindrucken mit ihrer Formensprache.

Bildnachweis: Von Jürgen Schneider [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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