Flughafen Frankfurt-Hahn

Wer hätte das gedacht? Auch Flughäfen können konvertieren. In diesem Fall von einer US-Militärnutzung zum zivilen Einsatz im Jahr 1993. Im Zuge des Aufbaus der Nordatlantischen Verteidigungsorganisation wurde der Flugplatz 1952 als Hahn Air Base errichtet. Mehr als 14.000 Soldaten und deren Familien lebten zeitweise hier.

Der seit 1993 hier landende Reisende, wenn er nicht aufgepasst hat, wundert sich, dass er nicht in Frankfurt, sondern im Hunsrück gelandet ist und von Hahn aus noch rund 1,5 Stunden Busfahrt, bzw. 125km, bis in die Bankenmetropole hat. Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist der fünftgrößte Frachtflughafen in Deutschland und die irische Billigfluglinie Ryanair nutzt den Airport mit der Kennung HHN hauptsächlich in Sachen Personenbeförderung. Über 2,5 Mio. Passagiere werden in Frankfurt-Hahn jährlich abgefertigt.

Der Flughafen Frankfurt-Hahn liegt zwischen Hahn und Lautzenhausen. Der größere Teil befindet sich auf dem Gebiet von Lautzenhausen, daher müsste er eigentlich Flughafen Lautzenhausen heißen. Aber welcher Amerikaner könnte das aussprechen? So wurde es der Flughafen Hahn, obwohl er zu Beginn der zivilen Nutzung Rhein-Mosel-Flughafen hieß. Nicht zuletzt aus Werbezwecken darf nach einer Gerichtsentscheidung der Name Frankfurt-Hahn benutzt werden, auch wenn es ein wenig irreführend ist.

In der ehemaligen Housing-Area der US Air-Force ist die Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz 1996 eingezogen. Im Flughafengebäude kann man sich kaum verlaufen, denn es gibt nur zwei Flugsteige, zur Stärkung verhilft eine amerikanische Franchise-Sandwichschmiererei und für die Glücksritter ist eine Lottoannahmestelle vor Ort.

In einem Gebäude ist eine Kartbahn zuhause. Der Hunsrückring für den großen und kleinen Rennnachwuchs hat mit 1.257m die längste Kartstrecke in Rheinland-Pfalz. Die Bahn ist 8m breit, statt wie meist nur 5m, was für Überholmanöver ganz praktisch ist. Die Karts erreichen teilweise über 100km/h und lassen die Herzen von Rennfans im Zweitakt-Motoren-Öl höher schlagen.

Auch mit dem Himmel hat der Crossport to Heaven zu tun. Man kann hier nicht Direktflüge zur obersten Pforte buchen, das wäre ein bisschen zu viel verlangt. In der Jugendkirche und einem Raum der Stille in einer einstigen Autowerkstatt der Amerikaner gibt es neben der Möglichkeit der Besinnung etliche kulturelle Angebote. Die Jugendkirche, von und für Jugendliche gemacht, erkennt man an dem leuchtenden Kreuz zwischen den Bäumen über der Halle.

Wem die Jugendkirche auf der einstigen Air-Base zu hip ist, der geht ins benachbarte Hahn. Hier sehenswert ist die kleine St. Antonius Kirche. Die Simultankirche, die von Katholiken wie evangelisch Gläubigen genutzt wird, entstand im 14. Jahrhundert. Davon zeugt noch der wehrhafte Westturm, der Chor und Teile des einst dreischiffigen Langhauses. Die Maßwerkfenster sind aus der Zeit der Spätgotik und die jetzige Turmhaube stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Ein wenig östlich des Flughafens liegt Bärenbach und hier liegt der geografische Mittelpunkt von Rheinland-Pfalz bei 7°18’37,5 östlicher Länge und 49°57’18,5 nördlicher Breite. Darauf weist ein Quarzitstein mit Tafel am Ortseingang hin, ob man da aber hinwandern muss, ist die Frage, da ist nämlich sonst nix.