Föhren

Blickfang in Föhren, einem Dorf im Meulenwald, ist Schloss Föhren. Die Herren von Kesselstadt erwarben 1445 die hiesige Wasserburg, bauten sie zu einem Schloss aus und die Familie wohnt bis heute hier. Rundherum erhielt Schloss Föhren eine barocke Parkanlage. Das Schloss in Föhren ist ein schönes Beispiel ländlicher Schlossbaukunst und ein Schmuckstück, insbesondere auch durch seine herrliche Lage und die umliegenden Gebäude.

Das barocke Schloss Föhren ist eine vierflügelige Anlage und erhielt 1663 zwei Flügel. Der Saalflügel ist auf das Jahr 1713 datiert. Dem 18. Jahrhundert zugeschrieben werden der Park, die Wirtschaftshöfe, eine Scheune und ein Säulenbaldachin.

Die zugehörige Zehntscheune steht sehr präsent links des Weges zum Schloss. Wo einst der Zehnte abgegeben wurde, kann heute gefeiert werden oder es finden Events statt. Vielleicht sogar Hochzeiten, denn im Schloss gibt es die Möglichkeit zu heiraten. Das verliebte Paar könnte sich dann auch gleich in das Gästehaus zurückziehen. Weitere Versorgung liefert der Hofladen, der Wildspezialitäten anbietet. Der Meulenwald, Wald des Jahres 2012, ist aufgrund seines Wildreichtums auch bei Jägern sehr beliebt.

Gegenüber der Zehntscheune steht der Säulenbaldachin aus rotem Sandstein mit Jesus am Kreuz. Das Denkmal wird auch Dicker Herrgott genannt und man wundert sich, dass hier nichts dick erscheint. Die Bezeichnung bezieht sich auf ein anderes Kreuz, dessen Reste noch in der Pfarrkirche zu sehen sind. Ein Gedicht erzählt die Geschichte von einem Jäger, der patronenlos einen Wolf hörend den Herrgott anflehte, dass er nicht vom Wolf getötet werden wolle und zum Dank würde er ihm ein Kreuz auf den Burgberg stellen und hier immer beten. Nun, ein Jäger ist eben kein Steinmetz und so sei ein recht klobiges Kreuz entstanden, der Dicke Herrgott eben.

Beginnt man die Wanderung durch Föhren, bietet sich der Start an der Viez-Kelterstation an. Hier können die Föhrener ihre Apfelernte zu Saft pressen. Gleich in der Nähe steht die Bakscheier, die Backscheune, mit originalgetreu aufgebautem alten Ofen. Kaum einige Schritte sind zu tun und man ist beim Heimatmuseum Föhren. In dem erzählen die Räume, Werkstätten und Werkzeuge vom Leben der Ururgroßeltern aus dem 19. Jahrhundert. Sehr liebevoll eingerichtet und ausgestattet. In der Hofstraße befinden sich zudem weitere denkmalgeschützte Häuser.

Ein wunderschönes altes Ensemble im Ort ist die Denkmalzone des ehemaligen Franziskanerinnenklosters mit Kinderheim an der Hauptstraße, Ecke Waldstraße. Die um die 19. Jahrhundertwende entstandene Gebäudegruppe hat etwas burgen- oder schlosshaftes und dabei braucht es Phantasie, denn der Ort scheint heute ein wenig verloren, verwaist, wie einst seine kleinen Bewohner.

An der Hauptstraße liegen ebenfalls die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus, ein Saalbau aus dem 18. Jahrhundert, mit erkennbar später erweitertem Turmbau (1956), und das ehemalige Küsterhaus. Der barocke Krüppelwalmdachbau wird der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zugeordnet.

Bekannt ist Föhren als Standort des Trierer Flughafens. Flugzeuge bis 15.000kg können den Flugplatz Trier-Föhren im Sichtflug ansteuern. Wenn man keine Sicht hat, sollte man lieber nicht starten oder landen. 2014 streifte eine Cessna im Landeanflug bei Nebel Strommasten – alle vier Insassen verunglückten tödlich.

Wen es nicht zum Fallschirmspringen aus hoher Luft hinunter in die Tiefe zieht, bleibt lieber gleich auf dem schönen Boden des Föhrenbachtals mit seinem Wasserfall, der irgendwie an Wellness-Badelandschaften denken lässt, wenn es nicht ordentlich gefroren hat. Die Fische haben eine Rampe und Libellen surren um die Seen vorbei an Orchideen und einer historischen Wassermühle (Molitorsmühle) – ach, hier lässt‘s sich gut aushalten! Der Erlebnispfad Föhrenbach misst 3,5km und bietet Einblicke in eine gelungene Renaturierung, dargestellt auf 13 Info-Tafeln.