Eulbacher Park Runde (Michelstadt)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 21 Min.
Höhenmeter ca. ↑348m  ↓348m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Hier lässt es sich adlig fühlen: beim Jagdschloss Eulbach und der Sommerresidenz der Erbacher Grafen. Man wusste sich offensichtlich schon damals hübsch in der Natur einzurichten. Zwischen den Michelstädter Stadtteilen Würzberg und Vielbrunn liegt auf 510m im Wald der einstige Weiler Eulbach mit dem Jagdhaus, das als pittoreske Schönheit beschrieben ist. Es bildete seinerzeit eine Einheit mit dem Eulbacher Park.

1771 ließ Graf Franz I. zu Erbach-Erbach (1754-1823) das Jagdhaus bauen, das um 1800 zur repräsentativen Sommerresidenz der Erbacher Grafen ausstaffiert wurde. Das Jagdschloss Eulbach ist zwar nicht öffentlich zugänglich, aber nach dem Ausforsten hübsch von außen anzusehen, mit den kleinen Ecktürmchen, den Schlagläden und den Geweihen.

Als Kulturdenkmal gilt der Eulbacher Park, der als Englischer Garten (400ha) zu sehen ist. Es heißt, die Anlage sei der älteste archäologische Park Deutschlands. Nach dem Parken kreuzen wir die B47, um gegenüber vom Jagdschloss in den Englischen Garten zu gelangen, der uns mit Wild empfängt. Dam- und Rotwild, Mufflons, Wisente beispielsweise. Wir drehen eine Runde um den Weiher mit der Inselkapelle.

Im Park wurden viele römische Rekonstruktionen und Artefakte integriert, denn der Graf war ein begeisterter Ausgräber. Funde aus dem naheliegenden Kastell Eulbach wurden in den Park gebracht und auch andere Altertümchen aus dem Odenwald. Ein Kastelltor wurde rekonstruiert, es gibt eine künstliche Ruine, ein Obelisk und das Kapellchen im Teich mit Rosen.

Nach den rund 1,7km mit dem Park, der einst 3.000ha maß, gehen wir mit Waldbegleitung, am Forsthaus Silvan vorbei und biegen nach rechts in den Haak-Weg. Wir wandern ein wenig talwärts, um den Kornberg (474m) herum, verlassen den Haak-Weg. An einer Jagdhütte vorbei kommen wir zum Spindlers Brunnen mit Rastmöglichkeit. 

Waldreich geht’s in Schwüngen gen Süden. An Gedenksteinen kommen wir im Verlauf auch entlang sowie an der Wilbertswiese. Via Unterer Engelsbuckelweg kommen wir zur Wald-Pension Habermannskreuz (Erbach), an der Nibelungenstraße (B47). Die Habermanns-Kreuze sind sagenumsponnen. Eine Geschichte handelt von drei Brüdern, derer von Habern, allesamt Wilddiebe, die auf gräflichen Befehl hin erschossen wurden.

Wir queren die B47 und kommen auf den Ernsbachtrail. Ernsbach lassen wir rechts liegen, wenn wir etwa 9,7km gewandert und am tiefsten Punkt (357m) der Runde sind. Die nächsten 2km heißt es aufi bis auf 520m. Bis zum Eulbacher Park sind es dann noch rund 1,5km und auf dem Weg streifen wir eine Fundstelle des Kastells Eulbach, das bis maximal 159 belegt war.

Bildnachweis: Von Brühl [Public domain] via Wikimedia Commons

Vgwort