Espenschied

Man nennt sich stolz die Sonnenterrasse des Wispertals: der Luftkurort Espenschied ist der Einstieg in das untere, wildromantische Wispertal und liegt an den Ausläufern des Taunushauptkamms auf einer Höhe von 400m ü. NN.

Das Ortsbild von Espenschied wird von alten, schiefergedeckten Häusern und der barocken St. Nikolaus Kirche geprägt. Die St. Nikolaus Kirche wurde 1746-48 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet, der bereits 1653 als Filialkirche des Klosters Schönau geweiht wurde. Ihr Zwiebelturm ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen von Espenschied.

Älter sind die Ruinen der kleinen Lauksburg, die südlich von Espenschied gegenüber der Laukenmühle auf einem Bergsporn 50m über dem Wispertal liegen. Die Höhenburg wurde vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet. Bereits 1575 gilt die Burg als verfallen. Die Burganlage ist fast 30m lang und 15m breit. Heute ist die noch etwa 10 Meter aufragende Ruine des Wohnturms das markanteste Merkmal der Ruine, die sich in Privatbesitz befindet und nur von außen besichtigt werden kann.

Und noch einmal älter sind die acht Hügelgräber, die man nördlich von Espenschied auf dem Hinterlöh (428m) gefunden hat. Sie wurden wahrscheinlich im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung von Kelten angelegt.

Aus dieser vorschristlichen Zeit stammt auch der Espenschieder Brauch, am Fastnachtsdienstag das Haal-Feuer zu entflammen. Das ursprünglich wahrscheinlich mit Sonnenwendfeiern in Verbindung stehende Fest wird seit 1974 in Espenschied gefeiert. Entzündet wird das Haal-Feuer auf dem Küppel (401m), dem höchsten Punkt einer mittelalterlichen Handelsstraße. Das alljährliche Haal-Feuer ist aber nicht nur eine große Party, sondern dient auch der Umwelt. Die Haalbuben durchforsten vom Förster ausgezeichnete Flächen und schlagen dabei trockene Hölzer aus dem Wald.