Eschenheimer Turm


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Der Eschenheimer Turm nördlich der Innenstadt war ein Stadttor der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung Frankfurts und avancierte zu einem Wahrzeichen. Er wurde sogar Teil des Brauerlei-Logos der Henninger-Bräu AG. Der Turm zählt zu den ältesten erhaltenen Bauwerken in Frankfurt am Main.

Die Geschichte des Eschenheimer Turms reicht weit zurück. Kaiser Ludwig IV. genehmigte die zweite Stadterweiterung Frankfurts 1333. Zehn Jahre später wurde mit dem Bau der Stadtmauer um die damals genannte Neustadt (heute Frankfurt-Innenstadt) begonnen. Die Arbeiten nahmen über hundert Jahre in Anspruch. 1349 legte man den Grundstein eines Rundturms an dieser Stelle. Der Tortum war nach zwei Jahren fertiggestellt. Ab 1400 wurde ein Ersatzbau errichtet, den Dombaumeister Gerthener 1426-28 fertigstellte. Vermutlich brachte er sich als Portait-Relief über dem Eingang zum jetzigen Restaurant mit ein.

Als die Stadtmauer auf preußisches Geheiß hin zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde, sollte der Turm auch fallen. Rund sechzig Türme hatte es damals gegeben. Als Denkmal konnte der Eschenheimer Turm erhalten bleiben, wie auch der Rententurm am Saalhof und der Kuhhirtenturm in Alt-Sachsenhausen.

Der Eschenheimer Turm misst 47m, hat acht Geschosse und zwei Dachgeschosse obenauf. Der Sockelbau ist quadratisch und die Turmspitze wird von Seitentürmchen flankiert, um die herum ein auskragender Wehrgang verläuft. Zum sich Wehren wurden im Obergeschoss Erde und Steine vorrätig gehalten, um bei einem Angriff den Durchgang zuzuschütten. Im zweiten Obergeschoss lag die Wohnstube des Wächters. Sie wurde bis 1956 bewohnt. Die Reliefs am Turm zeigen als Wappen der Freien Reichsstadt den silbernen Adler und als Wappen des Kaiserreichs den schwarzen Doppeladler.

Über der Durchfahrt auf der Stadtseite ist ein überdachter Balkon gebaut und auf der Landseite befinden sich kleine Flankentürmchen. Die eiserne Wetterfahne hat eine eigene Geschichte. Der Legende nach schoss ein zum Tode verurteilter Wilddieb mit neun Schüssen eine gelungene 9 hinein. Der Rat habe sich sehr beeindruckt gezeigt und Hans Winkelsee begnadigt. Was man heute sieht, ist allerdings nicht mehr die Originalfahne. Allerdings sind große Teile der Treppen und Zwischenböden aus der Bauzeit erhalten.

Bis 1992 lag der Turm auf einer Verkehrsinsel und konnte kaum erreicht werden. Seit dem ist er von der Fußgängerzone Schillerstraße wieder gefahrlos zu entdecken. Eine Bar und Restaurant sind im Erdgeschoss. Der gastronomische Betrieb nutzt auch das Kaminzimmer des Turmwächters, um seine Gäste zu bewirten.


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