Durchs Kellwassertal zur Okertalsperre


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 57 Min.
Höhenmeter ca. ↑383m  ↓383m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Diese Wanderung hat alles zu bieten, was das Wandererherz höher schlagen lässt, das jetzt nicht unbedingt auf „Extremtour“ gehen mag. Wir erleben die Natur im Harz, mit Wald und Auen, dem Kellwasser und der Okertalsperre, an dessen Ufer wir ein Stück unterwegs sein werden. Und wir können den heilklimatischen Kurort Altenau durchstreifen, eine einst freie Bergstadt. Etwa 12km gen Osten erhebt sich der berühmte Brocken (1.141m).

Vom Parkplatz an der L504, in der Nähe kommt die Altenau vorbei, wir sind östlich des Ortskerns von Altenau. Es geht erstmal bergauf, über den Schwarzenberg (573m) und den Sagenholzkopf (539m). Wald begleitet uns. Dann wandern wir absteigend zum Kellwasser, das zum Okerstausee will, genau wie wir.

Das Kellwassertal gilt als das am meisten von Gletschern der Eiszeit gebildete Nebental des Oberharzer Okertals. Es misst rund 8km und beginnt bei Torfhaus, einem Wander-Hotspot im Nationalpark Harz. Wir folgen dem Kellwasser zur Vorsperre und zur Okertalsperre, die in zwei Bauabschnitten entstand: 1938-1942 und 1949-1956.

In das Stauwerk münden zahlreiche Gewässer, die namensgebende Oker hat am Gesamtnass lediglich 40% Anteil. Von März bis Januar verkehrt ein Linienschiff und in den warmen Monaten wird die Okertalsperre (225ha Oberfläche) auch von nichtmotorisierten Booten befahren. Hauptzweck des Bauwerks sind Stromgewinnung und Wasserregulation, indirekt wird auch Trinkwasser gewonnen.

Wir verlassen das Okertal, gehen aufwärts und über den zweiten Schwarzenberg (554m) mit Aussichtsmöglichkeiten, auch von der Köte Brockenblick mit Stempelkasten und Bänkchen. Man hat einen Panoramablick über Altenau, bis zum Brocken, zur Wolfswarte oder Stieglitzecke sowie zur Hanskühnenburg.

Hinunter geht es nach Altenau und wir machen einen kleinen Ortsrundgang, einmal um den Kirchturm sozusagen. Die Bebauung Altenaus ist von Bergmannshäusern geprägt und man sieht recht viel verbautes Holz. Die Kirche St. Nikolai gibt ein gutes Beispiel. Die kleine Holzkirche stammt aus dem 17. Jahrhundert.

In Altenau gibt es zudem eine Schnitzstube, in der man sich „Wunder in Holz“ ansehen und erwerben kann und es gibt eine über 400 Jahre alte Bierbrau-Tradition in der Breite Straße. Die Altenauer Brauerei ist die einzige im Oberharz, die überlebt hat, aus Harzer Quellwasser braut und dessen Charakterbiere mit dem Label „typisch Harz“ ausgezeichnet wurden. Beim Durchschlendern von Altenau haucht uns ein bisschen Western-Stimmung an.

Man könnte statt zum Ausgangsort direkt zurückzugehen auch noch dem Kräuterpark Altenau (Eintritt) einen Besuch abstatten. Der Kräuterpark, 2004 angelegt, bietet Kräuter und Gewürze aus der ganzen Welt auf über 30.000qm, ist damit der größte Kräuterpark in Deutschland. Die „Apotheke Gottes“ führt in der Gewürzgalerie 1.500 Gewürze und Kräuter: echt dufte.

Bildnachweis: Von Tobias Schramm [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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