Durch die Buchberger Leite ab Ringelai (Bayerischer Wald)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 17 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 37 Min.
Höhenmeter ca. ↑651m  ↓651m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Urtümlich, wild, romantisch, alles Begriffe, die der Buchberger Leite angeheftet werden: „wo die Wasser der Ohe wildrauschend durch eine von senkrechten Wänden eingeschlossene Felsschlucht sich drängen“, luden bereits Schriftsteller 1846 die Menschen im Buch „Der bayerische Wald“ zum Naturgenuss ein.

Die Buchberger Leite wurde als geowissenschaftlich wertvolles Geotop ausgewiesen und zählt zu Bayerns schönsten Geotopen. Start ist in Ringelai, einem malerisch im Tal der Wolfsteiner Ohe gelegener Erholungsort in der Region Donau-Wald. Westlich im Beritt liegt übrigens das interessante Freilichtmuseum „Keltendorf Gabreta“.

Wir gehen gen Osten und werden die ersten rund 9km knapp 320 Höhenmeter aufsteigen. Vom Parkplatz beim Rathaus und der Kirche schlagen wir den Weg zur Wolfsteiner Ohe ein, an die das Gebiet Haberlmühle angrenzt und wo die Wolfsteiner Ohe leicht angestaut ist. Wir folgen dem Fluss durch die Buchberger Leite, der südlich nahe dem Schloss Fürsteneck in die Ilz mündet.

Mehrfach queren wir Brückchen und genießen die üppigen Natureindrücke in der Buchberger Leite. Wir kommen zum Carbidwerk Freyung, das 1903 eröffnet wurde. Bis 1974 wurde Kalziumcarbid hergestellt, seit 1913 werden synthetische Schmucksteine, auch Diamanten, erzeugt. Interessant ist auch der nächste Punkt, wenn wir die Straße Aigenstadl passiert haben, mit dem Felsdurchbruch, einem Tunnel aus dem Ersten Weltkrieg.

Nach rund 5km Wanderung sind wir just an der Stelle, wo sich Saußbach und Reschbach zur Wolfsteiner Ohe vereinen und jetzt folgen wir gen Norden dem Reschbach durch die Reschbachleite. Dessen Wasserkraft wird durch ein E-Werk genutzt und das Wasser dann nicht zurück in den Reschbach sondern in einen Kanal am Hang geleitet.

Wir lassen den Reschbach rechts von uns fließen und auch die Gedanken: Leite bezeichnet im oberdeutschen Sprachraum, also hier im Süden des Landes, einen steilen Berghang, aus dem Althochdeutschen kann es mit „die Geneigte“ übersetzt werden.

Wir kommen nach Saulorn (Gemeinde Hohenau). Im Zuge eines Dorfwettbewerbs haben die Bewohner am Waldrand eine Aussichtsplattform mit Lagerfeuerstelle und Sitzgelegenheit gebaut. Bei guten Sichtverhältnissen kann man bis ins Alpenmassiv schauen. Nahe der Plattform ist das Gasthaus Tanzer.

Der Straße Aigenstadl folgend, geht’s durch offene Landschaft und Wäldchen sowie durch eine Ansiedlung, nach Buchberg, an Bucheck vorbei, wir überwinden eine Anhöhe nach Wolfersreut mit seiner Kapelle. Ebenso abwechslungsreich mit Bebauung, Feldflur und Wald ist es zum Ausgangsort via Lusenstraße zurück.

Bildnachweis: Von Andrea Malota [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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