Durch den Lembecker Forst (Werne Rundwanderweg W9)


Erstellt von: SGV
Streckenlänge: 5 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 7 Min.
Höhenmeter ca. ↑70m  ↓70m
Werner Wanderweg W9 Wegzeichen Markierung Beschilderung

Wölfe waren einst in Deutschland weit verbreitet und gefürchtet. Schon zu Zeiten Karls des Großen im Mittelalter wurden Wölfe systematisch gejagt. Die wachsende Landwirtschaft und Viehhaltung sowie der Mythos vom „bösen Wolf“ trugen dazu bei, dass die Wölfe in Deutschland nach und nach ausgerottet wurden. Ende des 18. Jahrhunderts waren Wölfe in Deutschland ausgerottet. Danach noch angetroffene Tiere waren meist Einzelgänger auf weiteren Wanderungen und stammt aus osteuropäischen Regionen.

Ein solcher „Wolf auf Reise“ starb 1835 bei einer Treibjagd in den Wäldern zwischen Ascheberg und Werne und wurde gemeinhin als der letzte Wolf Westfalens glorifiziert. Das ist der Grund, warum ein Landgasthaus an der Bundesstraße B 54 zwischen Werne und Herbern den Namen „Zum letzten Wolf“ trug. 2012 schloss es die Tore, aber der Parkplatz am Letzten Wolf ist immer noch da und er dient als möglicher Start in diese Rundwanderung, die der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) mit der Kennung W9 markiert hat.

Der eigentliche Startpunkt ist rund 800 Meter von der B54 entfernt an der Horn-Hülsberger Straße. Von hier spazieren wir durch den Forst Lembeck, der zwischen dem Hornetal (einem Zufluss der Lippe) und der Autobahn A 1 wächst.

Im Forst Lembeck braucht man übrigens keine Angst zu haben, einem Wolf zu begegnen. Seit den 1990er Jahren wird Deutschland aus östlichen und südlichen Nachbarländern neu von Wölfen besiedelt. Die schnelle Ausbreitung des Wolfes wird durch dessen enormes Potenzial gefördert, Fernwanderungen durchzuführen. So hatte ein junger Rüde, der im April 2009 in der sächsischen Lausitz mit einem Sender ausgestattet worden war, bis zum Herbst desselben Jahres eine Luftlinien-Distanz von 800 Kilometern bis nach Weißrussland zurückgelegt. Der Wolf ist eine in Deutschland streng geschützte Tierart. Es ist unter anderem verboten, ihn zu fangen, zu töten und seine Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zu zerstören. Ausnahmen von diesen Verboten können in begründeten Fällen zugelassen werden. Die Aufhebung des Schutzstatus wurde durch die Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes im Dezember 2019 erleichtert, um vermehrte Angriffe auf Nutztiere durch Wölfe mit deren Abschuss zu beenden.

Bildnachweis: Von Markus Schweiss [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

Vgwort