Durch das wilde Kirnitzschtal (Sächsische Schweiz)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 2 Min.
Höhenmeter ca. ↑380m  ↓380m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Das Kirnitzschtal gilt als eines der wildromantischsten Täler im Elbsandsteingebirge im Nationalpark Sächsische Schweiz. Hier drängt sich die landschaftliche Vielfalt auf einem engen Raum und jede Rundwanderung setzt ihre eigenen Höhepunkte.

Heute auf dem Programm: die Obere Schleuse von Hinterhermsdorf, wo man eine idyllische und sehr interessante Kahnfahrt auf der Stauanlage der Kirnitzsch, die einst der Holzflößerei diente, unternehmen kann. Dazu erleben wir Felsformationen in Höhe und Tiefe.

Start ist der Parkplatz Buchenpark nahe der Lokalität Buchenparkhalle, südlich in Hinterhermsdorf. Wir biegen in den Hohweg, entlang Feld und Wald und kommen am Cupetiusstein vorbei. Er erinnert an den Tod des Waldarbeiters Cupetius, der 1834 an einem „Blutschlage“ sein „irdisches Dasein“ beendete. Man würde wohl heute eher Schlaganfall sagen.

Durch den Wald wandern wir den Hohweg weiter zur Kreuzung Wettinplatz, wo wir in den Wettinweg einbiegen. Ziel ist der Flößersteig und die Obere Schleuse an der Grenze. Jetzt ist Zeit für eine lehrreiche Kahnfahrt. Bereits seit dem 16. Jahrhundert wurde die Kirnitzsch für das Holzflößen ausgebaut. Die erste Stauanlage wurde 1567 errichtet. Man konnte durch das Öffnen des Stauwehrs eine Flutwelle erzeugen, die bis zu 11m lange Stämme bis zur Elbe beförderte. Die 1931 errichtete Staumauer steht als Technisches Denkmal unter Schutz. Ab 1879 wurden hier Kahnfahrten angeboten, die sich immer größerer Beliebtheit bei den sogenannten Sommerfrischlern erfreute. Um die 50.000 Kahn-Gäste finden sich jährlich ein.

Wir wandern auf dem Flößersteig, mit Infos ausgestattet, links von uns die Kirnitzsch, rechts Felsen mit Namen Kamel oder Löwe. Dann kommen wir zur Unteren Schleuse und mäandern weiter mit Fluss- und Grenzverlauf. Es geht durch die Wolfsschlucht und noch abenteuerlicher durch die Bärenhöhle. Hier haben sich Felsblöcke zu einem Tunnel zusammengeschoben und aufgetürmt. Bücken und Kopf einziehen!

Die nächsten rund 2,4km genießen wir weiter die Kirnitzsch mit Flora und Fauna. Beim Rabensteinturm kommen wir über eine Lichtung und sind bald nah dem Grenzübergang Hinterdittersbach. Beim Kirnitzschkegel biegen wir auf die Kirnitzschtalstraße und dann auf die Zollstraße. Es geht ab nun bergauf. Erst noch etwas gemäßigt per Hollstraße, weiter ansteigend durch das Vordere Schweineloch, dann mit noch mehr Anstieg via Tunnelweg. Der bietet auch einen Tunnel, wo sich erneut Fels zusammengeschoben hat.

Wir kommen zum Königsplatz (437m) mit herrlicher Aussicht und einer Steinbank. Hier hat vermutlich schon der namensgebende König Friedrich August II. sein blaues Blut ausgeruht. Es war einer seiner Lieblingsplätze wird berichtet. Bis zum Ausgangsort wandern wir lediglich noch 1,4km über die Zollstraße, einmal ab und einmal auf.

Bildnachweis: Von Wiki4Wikinger - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

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