Durch das Polenztal in Hohnstein (Elbsandsteingebirge)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 53 Min.
Höhenmeter ca. ↑672m  ↓672m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wir stellen das Auto zwischen Rathewalde und Hohnstein, südlich der Wartenbergstraße (S165) auf den Hocksteinparkplatz. Der Hocksteinweg bringt uns durch die zauberhafte Wolfsschlucht, die ein tolles Erlebnis ist. Von der Aussicht beim Hockstein kann man bereits in das tief unter uns liegende Polenztal blicken. Die Hocksteinhöhle ist unter uns.

Wenn wir an die Straße Polenztal kommen, öffnet sich die Runde. Wir biegen in den Polenztalweg ein und begleiten die Polenz mit ihrem Lauf in südliche Richtung. Die Polenz misst insgesamt 31,3km, hat ihre Quelle beim Neustädter Ortsteil Langburkersdorf und vereinigt sich mit der Sebnitz bei Porschdorf, südöstlich von uns, zum Lachsbach. Rund 3,2km lang können wir das malerische Polenztal von der Flussseite aus genießen.  Bei der Waltersdorfer Mühle mit Gastronomie queren wir die Polenz. Der wir ein dürrer Finger aufragende Felsen heißt passenderweise Polenzwächter.

Der nächste Kilometer führt uns steil über den Neuweg in die Höhen, von etwa 175m an der Polenz bis auf 335m, wo wir nach links auf den Räumichtweg einbiegen. Von dem geht es nach einem Stück erneut links ab, weil wir auf den Begangsteig wollen. Es geht ins Felsformationsreigen. Pantinenturm und Anstand stehen sich gegenüber. Auerhahnfels, Falkenwarte und Kolosseum, Schluchtturm, Clementine, Elefant und Nashorn heißen weitere auf dem Weg zur Rast „Berken von der Duba Wacht“ und weiter zum Grüner Stein. Der Weg durch diese imposante Kulisse im Brandgebiet lässt einen immer über die Urkraft der Natur staunen, im Großen wie im Kleinen.

Wir stoßen auf den Halbenweg und weitere Felsgesellen recken sich: der Steinbruchturm und die Steinbruchnadel, die Brandpyramide, die Riesenechse nebst Drachenkopf, dem Kleinen Halben und dem Großen Halben – allenthalben auch bei Kletterern beliebt. Südöstlich unter uns liegt die Gautschgrotte. Aussichtsreich zeigt sich dann auch die Bärengartenscheibe.

Kurz drauf kommen wir in Hohnstein an. Hohnstein ist eine sogenannte Landstadt, das heißt, sie hat unter 5.000 Einwohner, in diesem Fall rund 3.500.

Um 1200 entstand die Burg Hohnstein auf einem Felsen und die einzige der rechtselbischen Burgen in der Sächsischen Schweiz, die sich in Teilen erhalten konnte. Sie war vermutlich eine böhmische Grenzfeste. Sie hat eine wechselvolle und auch teils belastete Geschichte, war Jugendherberge, KZ für politische Gefangene und Systemgegner, Reichsjugendherberge, Kriegsgefangenenlager, Flüchtlingsunterkunft, abermals Jugendherberge und ging nach der Wende an den Verein der Naturfreunde, der Insolvenz anmelden musste. Seit Januar 2018 will die Stadt die Burg bewirtschaften, um sie zu retten – man sucht noch nach einem Konzept.

Wir kommen an der Stadtkirche vorbei und biegen in den Paul-Mai-Weg, queren mehrmals die Dresdner Straße und einmal die Polenz, bevor wir via Wolfsschlucht und Hocksteinweg zum Parkplatz zurückkommen.

Bildnachweis: Von Jörg Blobelt - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

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