Dudenhofen (Rodgau)

Der Rodgauer Stadtteil Dudenhofen liegt zwischen Nieder-Roden und Jügesheim, in dem seit 1988 die Verwaltung der fünf Stadtteile zuhause ist. Wie im ganzen Stadtgebiet, war auch hier der Heimat- und Geschichtsverein emsig und durchzog den historischen Ortskern mit Hinweistafeln, die die Sehenswürdigkeiten in Dudenhofen beschreiben.

Kommt man aus Nieder-Roden, das südwestlich von Dudenhofen liegt, trifft man zuerst auf die katholische St. Marien Kirche. Der Bau stammt aus dem Jahr 1953. Dudenhofen war, im Gegensatz zu den umliegenden Orten, bis 1946 fast ausschließlich evangelisch. Die katholische Kirche entstand nach dem Zuzug von Vertriebenen, aus dem Sudetenland beispielsweise.

In der Niewpoorter Straße finden sich etliche hübsche Fachwerkhäuser ab dem 18. Jahrhundert. Ein heimeliges Ensemble im alten Dudenhofen bildet das Rektor-Geißler-Haus, das als Standesamt genutzt wird, zusammen mit der evangelischen Kirche und einem neuen Backhaus, das nach alten Plänen errichtet wurde. Die evangelische Kirche im Stil des Barock wurde 1769 in Sandstein-Sichtmauerwerk gebaut und erhielt später ihren Verputz. Das Rektor-Geißler-Haus war einst eine Schule mit einer Lehrerwohnung und stammt aus dem Jahr 1818. Es zeigt sich teils in Fachwerk und teils verschiefert. Im einstigen Schulsaal kann man sich trauen lassen.

Es gibt auch eine neubarocke Alte Schule in Dudenhofen aus dem Jahr 1908 mit einem auffälligen Portal. Sie war auch Rathaus und ist jetzt eine Polizeistation. Gleich davor stehen steinerne Balken mit der Jahreszahl 1739. Das sind denkmalgeschützte Ruhebänke. Sie sind ein Zeugnis aus der Zeit, als noch Viehhaltung betrieben wurde. Im Frühjahr ging öfter das Futter aus. Um neues zu beschaffen mussten Frauen und Kinder in die Umgebung zum sogenannten Krauten und Grünzeug aus der Landschaft rupfen. Um ihnen den vollbepackten Heimweg zu erleichtern, gab es die Konstruktionen, wo sie ihre Kiepen absetzen konnten.

Benachbart steht das Schwesternhaus aus dem Jahr 1904. Es fällt durch den außen geführten Kamin und eine Reliefplatte auf, wo ein Engelskopf zu sehen ist. Das Schwesternhaus wurde als Kindergarten betrieben – und ist heute eine Kindertagesstätte.

Geht man dann weiter durch die Niewpoorter Straße trifft man auf das Alte Rathaus mit der Hausnummer 87. Es wurde 1893 als Verwaltungsgebäude gebaut und fällt durch den runden Eckturm ins Auge. Bis zum Umzug 1963 in die leerstehende alte Schule tagten hier die Ratsherren. Danach wurde das Alte Rathaus von der Milchgenossenschaft genutzt und seit 1985 ist es in Privatbesitz. Geht man jetzt weiter gen Norden, kommt man durch den Skulpturenpark in der Rodauaue. Neben alten Sühnekreuzen finden sich hier verschiedene moderne Steinskulpturen.

Südöstlich der Ortsbebauung von Dudenhofen ist an der Route der Industriekultur das Opel-Prüfzentrum gelegen. Das Opel-Test-Gelände hat eine Rundstrecke, eine Gerade, eine Bergstrecke und verschiedene Untergründe, um die Fahreigenschaften zu testen, in Kurven, auf Pflastersteinen, bei Nässe und man kann Testfahrten buchen.

„Erbarme – zu spät – die Hesse komme“ – ist eine Zeile aus der „Hessenhymne“, die berühmter wurde als das eigentliche Hessenlied. Es stammt vom Album „Fluchtpunkt Dudenhofen“ der Band Rodgau Monotones. Im gleichen Jahr wie die Zusammenlegung der Orte zur Gemeinde Rodgau 1977 fanden sich fünf Musiker ein, die in der Hauptsache laut und anders spielen wollten, als das bisher populäre und sie nannten sich nach der Gegend aus der sie kamen, nämlich die Orte, die die Stadt Rodgau bildeten. Die Band ist nach wie vor auf Tour.

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