Drei-Schlösser-Weg im Allgäuer Königswinkel


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 15 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 30 Min.
Höhenmeter ca. ↑799m  ↓799m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Schloss Neuschwanstein, Schloss Hohenschwangau und das Hohe Schloss in Füssen, garniert mit der Aussicht vom Kalvarienberg und dem spiegelnden Wasser von Schwansee und Alpsee: Viel besser geht’s wohl nicht, wenn man Allgäuidylle in komprimierter Form erleben will. Los geht’s in der Füssener Altstadt. Durch die Reichenstraße spaziert man auf das ehemalige Kloster St. Mang zu.

Das Kloster St. Mang wurde im 9. Jahrhundert als Eigenkloster der Bischöfe von Augsburg gegründet und 1803 säkularisiert. 1909 erwarb die Stadt Füssen die Gutsherrschaft St. Mang mit den früheren Klostergebäude, darunter auch die bekannte Annakapelle, wo sich der Füssener Totentanz befindet. Im Nordflügel richtete die Stadt Füssen das Rathaus ein. Im Südflügel befindet sich heute das Museum der Stadt Füssen, in dem auch die barocken Repräsentationsräume des Klosters zu besichtigen sind.

Direkt gegenüber erhebt sich das Hohe Schloss Füssen, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burganlagen, die Bayern zu bieten hat. Die spätgotische Architektur erhielt das Hohe Schloss im 15. Jahrhundert. Bauherren war seinerzeit die Bischöfe von Augsburg. Seit 1931 ist im Nordflügel des Hohen Schlosses eine Filiale der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen untergebracht, die hier in sechs Räumen schwäbische Malerei der Spätgotik präsentiert. Die Städtische Galerie im ersten Obergeschoss zeigt u.a. Werke der Münchner Schule des 19. Jahrhunderts.

Mittelalter pur: das Hohe Schloss in Füssen

Durchs Faulenbachgässchen läuft man bis zur katholischen St. Max Kirche und biegt hier links ab, um zum Lechfall zu kommen. Der Lechfall befindet sich am Rand einer kurzen, aber tief eingeschnittenen Klamm, in der der Lech einen Felsriegel durchbricht. Dieser Schlucht (lat. Fauces: Korridor, Schlund) verdankt Füssen übrigens seinen Namen. Der Lechfall ist ein etwa zwölf Meter hohes, in ganzer Breite überströmtes Stauwehr. Über den Lechfall führt der König-Max-Steg, der im Jahr 1895 erbaut wurde.

Vorbei an einem Pavillon geht es durch die Allgäuer Alpen. Man trifft auf die Wasserläufer-Route, einem der drei Fernwanderwege der Wandertrilogie Allgäu, und wandert auf diesem Weg zum Alpsee. Der 88ha große Alpsee gilt als einer der saubersten Seen in Deutschland und ist daher ein beliebtes Badegewässer.

Direkt am Alpsee steht das 2011 im ehemaligen Grandhotel Alpenrose eröffnete Museum der bayerischen Könige. Im Zentrum der Ausstellung stehen König Ludwig II. und die Geschichte der Wittelsbacher, einer der großen europäischen Herrscherdynastien. Das Museum der bayerischen Könige zeichnet mit rund 160 originalen Ausstellungsstücken ein Bild der bayerischen Adelsfamilie vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Märchenschloss und Symbol der Burgenromantik: Schloss Neuschwanstein

Jetzt wandert man weiter zum Schloss Neuschwanstein, einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und Stein gewordene Umsetzung des Begriffs Märchenschloss. König Ludwig II. ließ es ab 1869 erbauen, war allerdings schon tot, bevor es wirklich komplett fertig gestellt war. Das im Stile des Historismus erbaute Schloss Neuschwanstein wird jährlich von über einer Million Touristen besucht und steht speziell im internationalen Umfeld als Wahrzeichen für Bayern.

Über die Neuschwansteinstraße wandert man zurück Richtung Alpsee und kommt dabei direkt zum Schloss Hohenschwangau. Die Wurzeln von Schloss Hohenschwangau liegen im 11. Jahrhundert. Das heutige Schloss Hohenschwangau wurde im 16. Jahrundert in die teilweise erhaltenen Außenmauern der Burg Schwanstein hineingebaut. Im 19. Jahrhundert wurde der Hauptbau von Schloss Hohenschwangau neugotisch überformt. Schloss Hohenschwangau gehört heute noch den Wittelsbachern und wird teils privat, teils als Museum genutzt.

Von Hohenschwangau leitet der Drei-Schlösser-Weg zum 17ha großen Schwansee. Einst war der Schwansee teil der im 19. Jahrhundert errichteten Parkanlage des Schlosses Hohenschwangau. Heute wird der Schwansee vor allem als Badesee in herrlicher Kulisse genutzt.

Vom Schwansee wandert man weiter zum Füssener Kalvarienberg (953m) und genießt von hier das 360-Grad-Panorama über die drei erwanderten Schlösser, die imposante Bergkulisse und das Voralpenland mit seinen zahlreichen Seen. Über den Kreuzweg mit der Marienkapelle mit einer eindrucksvollen überlebensgroßen Maria wandert man nun wieder zurück in die Altstadt von Füssen.


Bildnachweis (alle via Wikimedia Commons)

1 von Aconcagua; 2, 6 by Franzfoto; 3 by Harenb01 (Own work); 4 By No machine-readable author provided. SB68Manm~commonswiki assumed (based on copyright claims); 5 Thomas Wolf, www.foto-tw.de

Bild #4 unter Public Domain, sonst alle Fotos veröffentlicht unter CC BY-SA 3.0

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