Deifeld

Schaut man von Medebach aus Richtung Nordwesten, erheben sich dort Böhlen (584m) und Feltebelberg (584m) hintereinander. Und jenseits dieser beiden Berge liegt der Ortsteil Deifeld im Tal des Dittelsbaches, einem 6km langen Zufluss der Wilden Aa, der im benachbarten Referinghausen mündet. Deifeld liegt eingebettet in einen offenen Talkessel, der von einer ganzen Reihe Gipfel eingeschlossen wird, darunter der Grüne Stot (663m), Auf der Helle (625m), Rempel (592m) und Platte (590m). 1237 wird die Ortschaft mit ihrer Kirche erstmals erwähnt. Dass aber schon sehr, sehr viel früher Menschen hier lebten, zeigt der Fund eines Bronzeschwerts ganz in der Nähe, das Archäologen auf das 14. Jahrhundert v.Chr. datieren. Sogar eine noch viel ältere Geröllkeule aus der Steinzeit hat man hier bereits gefunden, wenn diese auch wieder verloren ging.

Über diese und weitere spannende Details aus der Deifelder Geschichte und der des Nachbarortes Wissinghausen berichten die zwanzig Stationen des Historischen Bildstockwanderwegs. Mit Start und Ziel in der Deifelder Ortsmitte ist der Rundweg 21km lang und führt einmal rund um den Talkessel herum.

Bei Wissinghausen sollten Freunde historischer Eisenbahnen genau hinschauen. Dort findet sich nämlich eine Besonderheit, die es weltweit nur zweimal in dieser Form gab. Anfang des 19. Jahrhunderts nahm man eine Schmalspurbahn in Betrieb, die am Streckenabschnitt zwischen Wissinghausen und Küstelberg eine enorme Steigung zu überwinden hatte. Die Baumeister der Strecke lösten das Problem, indem sie die Strecke Z-förmig mit Spitzkehren den Berg hinauf bauten. Der Wanderwege verläuft zum Teil entlang dieser alten Bahntrasse.

Unübersehbarer Mittelpunkt von Deifeld ist die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Der Sakralbau entstand im wesentlichen in zwei Bauabschnitten. Ursprünglich baute man Anfang des 13. Jahrhunderts eine typische romanische Hallenkirche. Von ihr stammt auch noch der wuchtige Westturm, der heute mit einer barocken Haube bekrönt ist. Mit ihrer Ersterwähnung im Jahr 1237 ist die Deifelder Pfarrkirche übrigens auch eine der ältesten Kirchen in der Medebacher Bucht. Zwei Joche der romanischen Halle sind noch vorhanden. 1877 wurde die Kirche stark erweitert. Das Langhaus ist seither dreischiffig mit Chor und Nebenkapellen. Kreuzförmige Pfeiler stützen das vergrößerte Gewölbe.

Ebenfalls eine lange Tradition hat das Backhaus in Deifeld, ein hübscher kleiner Fachwerkbau. Jedes Jahr zu Pfingsten wird darin noch nach alter Tradition Brot und Kuchen im Steinofen gebacken, und auf dem Dorfplatz gibt es ein kleines Backfest. Auch für Wanderer eine prima Idee für einen Zwischenstopp.

Zum Beispiel nach einer Wanderung durch das nahe Naturschutzgebiet Wissinghauser Heide, nordwestlich von Wissinghausen am Osthang des Jürgensköpken (758m). 24ha umfasst die Heidefläche, die mit Zwergsträuchern und vereinzelten Wacholdern bewachsen ist. In der Medebacher Bucht gibt es kaum noch größere Flächen dieser Art.