Referinghausen

Gasthof DiemeltalGasthof Diemeltal

1269 wird Referinghausen erstmals erwähnt, das seit der kommunalen Neugliederung 1969 als Ortsteil zum südlich gelegenen Medebach gehört. Es liegt an der Mündung des Dittelsbaches in die Wilde Aa zwischen Steimel (547m), Kramel (488m) und Rempel (592m). Der Ort, der heute wesentlich vom Fremdenverkehr profitiert, war durch die Jahrhunderte fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägt, die Viehzucht hatte einen hohen Stellenwert.

Markant ist die St. Nikolaus Kirche im Ort mit dem kurzen, gedrungenen Turm über einem vergleichsweise kleinen Kirchenschiff. Der Turm wurde der Kirche erst 1948 angebaut. Um für ihn Platz zu schaffen, musste eine alte Linde gefällt werden, unter der der Legende nach während des Dreißigjährigen Krieges zwei Schweden begraben worden sein sollen. Und tatsächlich fand man zwei Skelette im Erdreich. Das Kirchenschiff stammt aus dem Jahr 1797. Es entstand als Ersatz für eine ältere Kapelle, die beim großen Dorfbrand von 1781 zerstört wurde.

Im Inneren von St. Nikolaus ist die Sitzmadonna eine ganz besondere Arbeit. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert, ist aus Weichholz geschnitzt und ist mit Kopftuch und Krone dargestellt, in der Hand hält sie einen runden Gegenstand. Etwas jünger, aus der Erbauungszeit der Kapelle, ist der Barockaltar im Chor. Aus dem 18. Jahrhundert ist auch die große Doppelmadonna in der Mitte des Kirchenschiffs, die aus dem 1804 säkularisierten Kloster Glindfeld stammen soll.

Südlich des Dorfes läuft die Heidenstraße von Ost nach West vorbei, ein mittelalterlicher Pilger- und Handelsweg. An diesem Weg wurde dem Dorf 1968 eine kleine Marienkapelle gestiftet. Sie ist alljährlich zu Mariä Himmelfahrt das Ziel einer großen Sternwallfahrt aus den umliegenden Dörfern. Eine bronzene Gedenktafel neben der Kapelle erklärt seit 2003, was es mit der Heidenstraße auf sich hat.

Mehr über die Geschichte des Dorfes kann man beim Besuch in der Heimatstube Referinghausen erfahren. Wie eine Gute Stube früher aussah, welche Werkzeuge in Handwerk und Landwirtschaft genutzt wurden und wie man sich das öffentliche und das Vereinsleben vorstellen muss, erlebt man anhand von historischen Stücken. Auch eine kleine Sammlung sakraler Gegenstände ist zu sehen.

Einen spannenden Einblick in die Erdgeschichte bietet Niggenhuses Steinbruch südlich des Ortes, der sich in die Ostflanke des Burgbergs (581m) gräbt. So manches Haus im Referinghauser Ortskern wurde mit Material aus diesem Steinbruch gebaut, darunter die Vikarie, der Gasthof Alte Post und auch die alte Schmiede. Zu finden sind hier vor allem 10-15m dicke Lagen Erdbacher Kalke. Wie die entstanden, wofür man sie verwenden kann und welche Fossilien man darin findet, erläutert eine Infotafel. Niggenhuses Steinbruch gehört zu den 14 Stationen der Geo-Erlebnis-Route, die rund um Medebach und Hallenberg Wissenswertes über die hiesige Geologie erläutert.

Wer auf einer Wanderung durch Referinghausen kommt, dem sei ein kleiner Geheimtipp für eine Rast empfohlen: das Feuchtbiotop Auf der Polter. Der idyllische Teich liegt zwar auf privatem Gelände, ist aber öffentlich zugänglich. Auf den Bänken am Ufer kann man sich prima ausruhen. Und für die Kleinen gibt es gleich nebenan einen Streichelzoo.

So ausgeruht kann man dann noch den Weg nach Oberschledorn nehmen, einfach am Ufer der Wilden Aa oder der Heidenstraße entlang Richtung Osten. Der Weg lohnt sich vor allem für Kunstinteressierte. Denn im Künstleratelier ist das Gesamtwerk von drei Generationen der Künstlerfamilie Bergenthal zu sehen. Sie waren Kirchenmaler, und so sieht man viele Skizzen für Kirchenmalerei und Kreuzwege, aber auch Ölgemälde, Aquarelle, Landschaften, Portraits sowie zahlreiche Fotografien und Schriftstücke zur Geschichte der Familie.