Darmstadt-Arheilgen

Verlässt man die Darmstädter City auf der Bundesstraße B 3 Richtung Norden, kommen man in den Stadtteil Arheilgen, der 1937 eingemeindet wurde. Die Geschichte von Arheilgen weist aber viel länger zurück, weshalb es auch nicht wundert, dass man einige Kulturdenkmäler vor Ort in Augenschein nehmen kann.

Die Auferstehungskirche hat eine karolingische Vorgängerkapelle, haben Ausgrabungen ergeben. 1225 wurde ein romanischer Kirchbau genannt und 1482 erfolgte ein Umbau im Stil der Spätgotik, von dem man heute auch noch einiges sieht. Zwei Zerstörungswellen folgten und 1683 war sie wieder aufgebaut. Danach war sie zeitweilig sogar mal ein Mehllager, bis sie im ausgehenden 18. Jahrhundert wieder hergerichtet wurde und einen barocken Turm erhielt.

In der Messeler Straße ist aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert die sich über drei Hausnummern erstreckende Zehntscheuer geschützt (Nr.: 60/62/64). Sie wurde für das Zubehör der Parforcejagd im Jagdschloss Kranichstein erbaut. Nach Abschaffung der Hetzjagd wurde hier lange Jahre Holz eingelagert.

Am Beginn der Messeler Straße mit der Nummer 1 ist die Schreiberpforte als geschütztes Fachwerkhaus zu sehen, das Wohnstätte des Zollschreibers war und aus dem 19. Jahrhundert stammt.

Zwei Hausnummern (10/12) umfasst die Hofreite des einstigen Gasthauses Zum weißen Ross, das seine Ursprünge in der Zeit vor 1640 hat und in der Folgezeit zu einem Ensemble mit einer verbindenden Toreinfahrt wurde und noch später einen Ladeneinbau erhielt.

Ein anderes Gasthaus mit einem Tiernamen ist der Gasthof Zum Löwen in der Frankfurter Straße im Stil des Barock mit Jugendstilelementen. Man sieht ein zweigeschossiges Gasthaus und einen eingeschossigen Saalanbau mit Rundbogenfenstern und Rundbogenportalen. Das Gasthaus entstand im 18. Jahrhundert.

An der Ecke Messeler Straße/Rathausstraße steht das Alte Rathaus von Arheilgen aus dem Jahr 1840, das an der Stelle des noch älteren aus dem 16. Jahrhundert errichtet wurde. Das siebenachsige massive Gebäude wurde unten seinerzeit auch als Schule genutzt und unterm Dach war ein Arrestraum. Passenderweise war das Alte Rathaus bis 2015 Standort eines Polizeireviers.

Folgt man der Messeler Straße von der Ortsmitte heraus in südöstliche Richtung, stößt man auf die Untere Mühlstraße und kommt dort zum Mühlgraben und dem Ruthsenbach (so wird der Oberlauf des Mühlbachs genannt, der später in den Schwarzbach mündet) sowie der Rückenmühle. Die Geschichte der Wassermühle geht auf das Jahr 1318 zurück. Das Gebäudeensemble zeigt sich heute unter anderem mit Wohneinheiten, ist hufeisenförmig und die Zufahrt mit Blaubasaltsteinen gepflastert. Der Mühlteich des Arheilger Mühlchens bietet seit 1924 Erfrischung als Naturfreibad.

Im Süden von Arheilgen ist das Gelände des pharmazeutisch-chemischen Unternehmens Merck als größter Arbeitgeber der Region. Merck gilt als das weltweit älteste Unternehmen seiner Branche. Die Merck Kommanditgesellschaft auf Aktien wurde 1668 in Darmstadt gegründet. Sie ist nach wie vor überwiegend in Familienbesitz. Sie ist unabhängig von der US-Amerikanischen Merck & Co, Inc., die allerdings auch auf die Industriellenfamilie zurückgeht. Die deutsche Merck beschäftigte 2015 über 49.600 Mitarbeiter. Am Hauptsitz im Darmstädter Norden hat Merck auch ein Museum eingerichtet.