Düsseldorf-Unterbilk

Zwischen Medienhafen und Friedrichstadt liegt der Düsseldorfer Stadtteil Unterbilk. Die Grenze zu Bilk bildet die S-Bahn. Demnach ist das große Einkaufszentrum der Bilker-Arcaden nicht etwa in Bilk, sondern in Unterbilk, und manche Unterbilker bezeichnen sich als Bilker. Fest steht jedenfalls, dass sich in Unterbilk einige Sehenswürdigkeiten befinden wie zum Beispiel das Stadttor als Amtssitz des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten.

Das Stadttor in der Nähe des Landtages in Düsseldorf ist ein Bürohochhaus mit fast 73m Höhe, auf die sich 20 oberirdische Geschosse verteilen. Es wurde 1992-98 auf einem parallelogrammartigen Grundriss errichtet. Im Stadthaus ist eine 65m hohe zentrale Halle, um die sich einige Büroräume anordnen, was dem Bau den Namen Stadttor verpasst hat.

Unter dem Stadttor verläuft der 1990-93 erbaute Rheinufertunnel durch zwei Röhren. Täglich rattern auf hier rund 55.000 Autos durch. Es gibt sieben Ein- und Ausfahrten, teilweise verlaufen die Straßen übereinander. Im Tunnel werden auch noch Arme der Düssel zum Rhein geführt und es gibt eine zeitgenössische Ausstellung: Kunst im Tunnel (KiT) in einem sogenannten Tunnelrestraum etwa 2m unter der Rheinuferpromenade. Der KiT-Eingangspavillon findet sich am Mannesmannufer.

Oberkassel auf der anderen Rheinseite ist mit Friedrichstadt und Unterbilk auch überirdisch verbunden, nämlich durch die Rheinkniebrücke. Die Schrägseilbrücke wurde 1969 eröffnet und misst 1.519m. Kurz vor Überquerung der Rheinkniebrücke findet sich am Apolloplatz Roncallis Apollo-Varieté-Theater. Das Varieté mit Rheinblick unter einer Glasbau-Architektur bringt den Besucher in die Welt der Artistik.

7,6ha misst der Rheinpark Bilk zwischen Medienhafen mit dem Landtag und Unterbilk mit dem Stadttor. Entlang des Rheinufers verbindet der Rheinpark Bilk die beiden politischen Aktionsorte durch eine 50m breite Landschaftsbrücke. Entlang des Parks sieht man architektonische Wunderwerke und im Park begeistern Naturschönheiten mit Platanen, Pappeln, Linden und weitere Blütenpracht sowie die Neugier weckende Blickachsen zum Rheinturm oder Yachthafen sowie zum Zollhafen beispielsweise.

Auch mit Landespolitik hatte das Ständehaus zu tun. Es war vor dem Bau des neuen Landtags von 1949-88 Sitz des Parlaments. Schon davor war das Ständehaus von 1880 bis in die 1930er Jahre das Parlamentsgebäude des Provinziallandtags. Heute findet sich im Ständehaus eine zeitgenössische Kunstausstellung unter dem Namen K21 mit Werken aus der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalens. Das Ständehaus wurde 1876-80 als vierflügelige Anlage mit einem Innenhof und in gestalterischer Anlehnung an die italienische Renaissance gebaut.

Das Ständehaus spiegelt sich im Kaiserteich und an der ehemaligen Düsseldorfer Festungsgrenze. Der Ständehauspark mit dem Schwanenspiegel und dem Kaiserteich ist eine kleine Oase. In den Kaiserteich hinein ragt die Brunnenplastik Vater Rhein und seine Töchter, die für den Innenraum als Festdekoration gedacht war. Die Enthüllung war 1897. Die Plastik beeindruckt nach wie vor durch ihre wogende Lebendigkeit im Stilmix von Romantik, Historismus und Wilhelminismus. Das Denkmal ist ein wundervolles Zeugnis der Rheinromantik.

Eine weitere Grünoase in Unterbilk ist der Florapark. Der nur 3ha große Florapark entstand Ende des 19. Jahrhunderts, als Düsseldorf mit der Industrialisierung wuchs und man plante, die Stadt von Parkanlagen (wie dem Ostpark, Volksgarten, Zoologischen Garten) durchweben zu lassen. 1870 entstand der Florapark aus privater Initiative heraus und ging 1902 in den Besitz von Düsseldorf über. Es finden sich Wiesen, Blumenbeete, Alleen, selbst Adam und Eva aus Marmor liegen sich hier in den Armen.

In der Florastraße nahe dem Park steht die evangelische Friedenskirche aus dem Jahr 1899. Sie wurde im Stil des Historismus in Anlehnung an die Gotik erbaut. Von den seinerzeit berühmten Wandmalereien konnten sich aufgrund der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg leider nur Fragmente erhalten.

Die katholische Pfarrkirche St. Peter wurde 1898 geweiht und gehört zu Düsseldorfs größten Gotteshäusern. Die neugotische dreischiffige Hallenkirche misst 71m und hat einen 80m hohen Turm. Der Bau ist reich gegliedert mit Maßwerkgalerien, Türmen und Vorsprüngen. Die Kirche steht symbolisch für die Himmlische Stadt. Auch im Inneren ist sie reichhaltig ausgestattet und sehenswert.

Ein weiterer Sakralbau ist die katholische Pfarrkirche St. Martin, die auch Bilker Kirche genannt wird. Die Bilker Kirche aus Ziegelsteinen im Stil der Neugotik wurde von deutschen Truppen 1945 gesprengt und nach altem Grundriss in den 1950er Jahren wieder aufgebaut.

Alt und erhalten haben sich die Gebäude des Hubertustifts an der Neusser Straße. Aber auch sie mussten nach dem Krieg wieder instand gesetzt werden. Im Stil des Barock entstanden 1709-12 ein mehrflügeliges Wohnhaus mit Synagoge und Schule. 1772 wurde das sogenannte „Judenhaus“ an den Hubertusorden verkauft. Es wurde zu einem Ort der Krankenpflege und beherbergt seit 1996 ein Seniorenheim unter Federführung des Caritasverbandes.