Düsseldorf-Rath

Halb Bebauung, halb Grünfläche, so könnte man grob den Düsseldorfer Stadtteil Rath skizzieren. Westlich von Reichswaldallee und Waldstraße liegen Rath und die angrenzenden Stadtteile Unterrath und Lichtenbroich, östlich erstreckt sich der Aaper Wald.

Der rund 200ha große Aaper Wald zählt zum Düsseldorfer Stadtwald. Der Aaper Wald war einst ein königlicher Bannforst und dient heute der Naherholung. Man kann schöne Wanderungen durch den Aaper Wald unternehmen.

Relativ mittig im Aaper Wald stehen die Frauensteine. Das ist eine Gesteinsgruppe aus Sandsteinen, von denen einige über 1m lang sind. Um die Frauensteine ranken sich einige Mythen um Opferkult oder Zufluchtsort. Für all das fehlen jedoch die Beweise. Fest steht, dass die rot-gelben Sande Meeressedimente sind aus der Zeit vor rundherum 30 Millionen Jahren. Die Frauensteine liegen auf der Höhe einer Endmoräne der letzten Eiszeit.

Die gute Verkehrsanbindung mit Bahn, Auto oder Flieger hat sicherlich viel zum Wachstum von Rath beigetragen. Ein aktuelles Zeugnis der Industrie- und Gewerbekultur ist an der Theodorstraße mit dem Bau des ISS Dome zu sehen. Nach elfjähriger Bauzeit wurde die Veranstaltungshalle 2006 fertiggestellt. Der ISS Dome ist nach der Esprit Arena die zweitgrößte Sport- und Konzerthalle Düsseldorfs sowie das viertgrößte Eishockeystadion Deutschlands. 13.400 Augenpaare können bei Spielen der Düsseldorfer EG versuchen, den Puck festzuhalten.

Ein ganz anderer „Dom“ ist die katholische Pfarrkirche St. Josef mit einer Doppelturmfassade. 1909 wurde der Rather Dom im neuromanischen Stil gebaut. Die beeindruckende dreischiffige Basilika mit einem Querhaus und einem oktogonalen Turm wird durch die zwei 45m hohen und viergeschossigen Türme mit einer Vorhalle darin geprägt. Man erahnt, das sich der Architekt an der Abteikirche Maria Laach bei Mendig in der Eifel orientiert hat.

Das älteste Gebäude in Unterrath ist das Haus Klinke. Es stammt aus dem Jahr 1784. Haus Klinke ist aus Backstein, zweigeschossig mit Segmentbogenfenstern, die durch schmuck gemalte Schlagläden gerahmt sind. Eine Mischung aus neuer Sachlichkeit und Expressionismus zeigt die 1928 fertiggestellte katholische St. Bruno Kirche. Seinerzeit galt die St. Bruno Kirche als die erste im Düsseldorfer Stadtgebiet in der modernen Bauweise.

Eingefasst von Rath, Unterrath und dem Flughafen Düsseldorf liegt der Stadtteil Lichtenbroich. Ein Baudenkmal hat Lichtenbroich: es ist die katholische St. Maria Königin Kirche aus dem Jahr 1958. Auf dem kubischen Saal erhebt sich ein spitzer Hut, ähnlich einer umgestülpten Eistüte auf einem Ziegelstein. Gottfried Böhm war der Architekt und der galt seinerzeit als einer der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Zwischen Autobahn und Flughafen eingequetscht liegt der Lichtenbroicher Baggersee.

Südlich von Rath liegt Mörsenbroich (Mörsenbrooch gesprochen), wo die gute Verkehrsanbindung Wermutstropfen in Form von Staus mit sich bringt. Das Mörsenbroicher Ei würde so manch ein Pendler sicher gerne mal an die Wand werfen. An den zwei Teilkreuzungen knubbeln sich die Bundesstraßen 1, 7, 8 mit Zubringern zur A 3 und A 4, die dann zur A 52 wird. Am Ei steht die katholische St. Franziskus Xaverius Kirche aus dem Jahr 1929 mit einem quadratischen schlanken Turm und im Stil der Zwischenkriegszeit.

Das kontrastreiche Mörsenbroich zeigt sich mit einer der größten Kleingartenanlagen in Düsseldorf einerseits bodenständig und demgegenüber modern mit dem ARAG Tower, mit 125m verteilt auf 32 Etagen dem höchsten Hochhaus in Düsseldorf. ARAG steht für Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG, die 1935 gegründet wurde. Deren Zentrale ist im ARAG Tower, der 2001 eröffnet wurde.

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