Burg Thurant

Auf einem breiten Schieferbergsporn über dem Weinort Alken an der Mosel thront die Burg Thurant mit zwei stattlichen Rundtürmen und einer imposanten Größe. Burg Thurant geht auf die Zeit um 1200 zurück. Die zwei Bergfriede hatte die Burg, weil zwei Bistümer – Köln und Trier – über sie regierten und jeder seinen Teil mit einem Turm versah.

Erbauer der Burg Thurant um 1200 war Pfalzgraf Heinrich, ein Bruder von König Otto IV. Heinrich kehrte vom Dritten Kreuzzug zurück, wobei die Kreuzritter vergeblich versucht hatten die syrische Festung Thuron einzunehmen. Von daher kommt der Name der Burg. Toron ist heute eine Burgruine im südlichen Libanon.

Da die Pfalzgrafen 1214 ohne männliche Nachkommen verstorben waren, beanspruchten beide Erzbistümer die Burg. Etliches Gezank führte 1248 zu einem Sühnevertrag, der noch heute erhalten ist. Burg Thurant wurde in einen Kölner und einen Trierer Teil getrennt, wobei der Kölner Teil kleiner war als der Trierer. Rund 300 Jahre später war die Burg wohl schon baufällig und die Herren von Wiltberg bedienten sich einiger Steine, um sich die Wiltburg zu bauen.

Zur Ruine wurde die Burg Thurant dann richtig während des Erbfolgekriegs 1689. Die Bergfriede, Trierer Turm und Kölner Turm, und ein Wohnhaus aus dem 16. Jahrhundert blieben erhalten. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurden Teile der an privat verkauften Burg wieder aufgebaut. Dass die Burg heute noch besichtig werden kann, ist diesem Engagement zu verdanken.

Über einen Halsgraben gelangt man durch einen Torbau in den Trierer Teil. Der Innenhof wurde vom Käufer, Robert Allmers, zu einem Steingarten gestaltet. Von hier aus geht es zum Trierer Turm, der 20m hoch ist. Da er als Wasserspeicher dient, kann er nicht besichtigt werden. Zur Moselseite hin steht das Herrenhaus, das 1960-62 auf alten Fundamenten neu gebaut wurde und noch heute bewohnt ist. In der Burgkapelle sind noch alte Wand und Deckenfresken zu sehen und ein barocker Altar. Vom Trierer Palas hat sich das Erdgeschoss erhalten. Auch ein alter Weinkeller ist zu sehen.

Durch die Trennmauer kann man heute zum Kölner Teil gehen. Früher war das nur über eine Holzbrücke möglich und das Pfalzgrafentor. Die beiden Rundtürme in diesem Teil der Anlage sind mit einem Wehrgang verbunden. Im Inneren des einen Turms sind Wandmalereien zu sehen, die die Wappen der Herrschaften aus der Historie abbilden. Der Kölner Palas ist in Ruinenteilen erhalten, wobei die spätromanischen Fenster nicht aus der Erbauungszeit stammen, sondern erst im 20. Jahrhundert eingefügt wurden.

Im Jagdhaus kann man sich eine Ausstellung alter Rüstungen und Jagdtrophäen sowie Waffen und Fundstücke ansehen. Das Jagdhaus steht auch auf alten Fundamenten. Es ist über einen Wehrgang mit dem Kölner Turm verbunden, dessen erstes Geschoss einst als Verlies genutzt wurde. Der Kölner Turm dient heute als Aussichtsturm und bietet einen schönen Blick über die Untermosel.

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