Burg Schnellenberg

Hoch über dem Biggetal auf einem nach Nordosten gerichteten Sporn des Rappelsbergs thront unübersehbar Burg Schnellenberg. Sie ist ein Ausflugsziel, das sich niemand entgehen lassen sollte, der Attendorn und den Biggesee besucht. Immerhin handelt es sich dabei um die größte Burganlage in ganz Südwestfalen.

Die Geschichte der Burg beginnt 1222, als sie zur Sicherung der Heidenstraße und dem frisch mit Stadtrechten ausgestatten Attendorn errichtet wird. Seit dem Jahr 1594 sind die Freiherren von Fürstenberg die Herren der Burg. Kaspar von Fürstenberg, der Bruder des Fürstbischofs von Paderborn, kaufte die Anlage, um die Stellung seiner Familie auch mit einem passenden Anwesen zu unterstreichen. Er begann denn auch direkt mit Neubauten innerhalb der Burganlage. Ihr heutiges Renaissance-Gesicht erhielt Burg Schnellenberg allerdings erst ab 1686. Vor allem der wuchtige Pavillonturm entstand in dieser Zeit.

Die Fürstenberg-Familie zog später nach Schloss Herdringen bei Arnsberg und ein Feuer 1889 sowie der Zweite Weltkrieg zerstörten große Teile der Anlage. Erst nach 1949 wurde Burg Schnellenberg wieder aufgebaut und beherbergt heute ein Hotel mit Restaurant. Damit setzt Burg Schnellenberg den schon 1599 am Torturm angebrachten Leitspruch von Caspar von Fürstenberg um: Foris non maneat peregrinus. Ostium meum pateat viatori (Draußen nicht bleibe der Fremdling, meine Tür öffne sich dem Reisenden).

Einen Besuch wert ist vor allem die hervorragend erhaltene Renaissance-Kapelle St. Georg. Ihr Stil ist dem Manierismus zuzurechnen, und sie stellt sich heute noch genauso dar wie 1600. Der Altar ist dem Heiligen Georg geweiht, das Altarblatt wurde von Johann Georg Rudolphi gemalt. Ebenfalls interessant ist der Rittersaal mit dem Weinschrank aus der Werkstatt des Bildhauers Johann Sasse, die Gerichtslaube sowie das Museum. In letzterem kann man sich übrigens auch das Jawort geben, es dient als standesamtliches Trauzimmer.