Burg Neideck Runde im Wiesenttal


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 8 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 32 Min.
Höhenmeter ca. ↑475m  ↓475m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Typische Fränkische Schweiz erleben, bei nur wenig Zeit? Geht fantastisch auf dieser Runde im Wiesenttal. Da hat es einfach alles: mystische Höhlen mit tropfenden Steinen, mäandernden Fluss, raschelnden Mischwald und die Geschichte eine der besten erhaltenen Burgen mit der Burg Neideck, dem Wahrzeichen des einst so genannten Muggendorfer Gebürgs – alles rund um Streitberg mit Streitburg.

Mit Muggendorf zusammen bildet Streitberg den Dreh- und Angelpunkt der Markgemeinde Wiesenttal. Am Fuße der Streitburg (vor 1120) auf dem Streitberg ist der Start-Parkplatz. Wir können uns erst die wenigen Überreste der im 19. Jahrhundert als Steinbruch dienenden Burg anschauen, mit dem noch schmucken Tor.

Im Uhrzeigersinn wandern wir zur Muschelquelle mit Kneippanlage und einem Quellhaus aus Kalktuffsteinen (1910). Erfrischt schlagen wir einen Waldhaken. Wer einen Abstecher mit Taschenlampe machen will, kann das mit Aufsuchen der Kirchenweghöhle erledigen. Beim bewaldeten Guckhüll haben wir rund 490m und damit den höchsten Punkt der Runde.

Es geht hinunter und an der Aussicht Klararuh vorbei. Wer mag legt dort nach rund 2,6km ein Päuschen ein mit Blick ins Wiesenttal. Wer weniger Ruh hat, wandert gleich weiter ins Wiesenttal, lässt die B470 hinter sich und quert die Wiesent auf dem Weg nach Haag. Hier ist der Haager Brunnen und es kommt der Leo-Jobst-Weg (Rotes Kreuz) von Pegnitz nach Forchheim (49km) vorbei.

Der ist auf dem Abschnitt auch Hellmut-Kunstmann-Weg, dem wir ein Stückchen folgen. Hellmut Kunstmann (1908-1979) hatte einen Doktortitel der Medizin, praktizierte in Nürnberg im Fachgebiet der Urologie und war Burgenforscher, interessante Kombination, mit Fels und Nierenstein.

Stein auf Fels erwartet einen mit der Burgruine Neideck. Um 1050 entstanden, klammert sie sich wacker an den Sporn. Halsgräben und Abschnitte geben einen Hinweis auf die einstige Größe und Bedeutung der Burg. Ein Modell der Anlage steht im Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld. Der Wohnturm wurde zum Aussichtsturm.

Wir nehmen Streitberg ins Visier, kommen am Freibad lang, mit Wiesen über die Wiesent und nähern uns (Abstecher) dem tempelartigen Prinz-Rupprecht-Pavillon aus dem Jahr 1904 mit schöner Aussicht. Kommerzienrat und Kaufmann Ignaz Bing (1840-1918) war der Gönner dafür und er entdeckte 1905 die Binghöhle, die nur ein Jahr später als Schauhöhle zugänglich wurde. 300m Innenleben lassen sich ansehen, mit Grotten, Katakomben und Tropfsteingalerien. Eine Führung nimmt rund 40 Minuten in Anspruch. Wenn wir nicht durch die Höhle gehen, sondern drumherum, kommen wir über die Aussicht Langenstein zum Ausgangsort zurück.

Bildnachweis: Von Reinhold Möller [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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