Burg Liebenstein (feindliche Brüder)

Wahrscheinlich als Vorburg zur älteren Burg Sterrenberg wurde im 13. Jahrhundert Burg Liebenstein errichtet. Ein genaues Baudatum ist nicht bekannt, Experten schätzen aber auf eine Bauzeit zwischen 1284 und 1290. 1320 fiel Burg Sterrenberg an den verfeindeten Kurfürsten von Trier und wurde entsprechend gegen Burg Liebenstein befestigt. So standen sich Burg Liebenstein und Burg Sterrenberg auf engstem Raum feindlich gegenüber, was im Volksmund zur Bezeichnung feindliche Brüder für die beiden Burgen an der Mittelrheinschleife führte.

Die Anlage der Burg Liebenstein weist als höchsten Punkt einen rechteckigen Bergfried auf. Größtes Gebäude ist ein 17m hoher, fast quadratischer Wohnturm, der Ende des 14. Jahrhunderts errichtet wurde. Ein Portal mit Spitzbogen führt in das unterste der sieben Stockwerke, die zum Teil mit Kaminen ausgestattet waren.

Strategisch betrachtet, war die Verteidigung von Burg Liebenstein nicht unproblematisch, trotz Geschützbatterie an der Nordseite sowie Graben und Mauern zur Bergseite und zur Nachbarburg hin. Burg Liebenstein war bis 1587 bewohnt und wurde kurz danach aufgegeben. 1783 ging das Anwesen durch Erbvertrag an die Freiherren von Preuschen.

Heute sind von der Burganlage der Liebenstein noch die Schildmauer, Reste des romanischen Bergfrieds und der 1977 restaurierte Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert sowie Reste der Toranlage und die Ruine eines weiteren Turms erhalten. Im Wohnturm wurden in den 1970er Jahren ein Restaurant und ein Hotel untergebracht.