Burg Katz

Wie der Volksmund so ist, verkürzt er schon einmal gerne lange, unhandliche Namen. So auch bei der 1360-71 erbauten Burg Neukatzenelnbogen, die die seinerzeit mächtigen Grafen von Katzenelnbogen an einem Rheinhang oberhalb von Sankt Goarshausen erbauten. Das Grafengeschlecht starb im 15. Jahrhundert aus und die Bevölkerung machte aus Burg Neukatzenelnbogen einfach Burg Katz.

Burg Katz liegt strategisch günstig auf einer Anhöhe über der Mündung des Forstbachs in den Rhein. Von hier oben ließen sich Handel und Schifffahrt auf dem Rhein gut beobachten. Seit 2002 gehört Burg Katz zum UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. Zusammen mit Burg Rheinfels auf der anderen Rheinseite bildete sie für die Grafen von Katzenelnbogen einen verlässlichen Zollriegel. Wer nicht zahlte, kam hier nicht weiter.

Durch ihre ungewöhnlich kleine Grundfläche und dadurch kompakte Bauweise war Burg Katz eine der konzentriertesten Anlagen unter den rheinischen Höhenburgen. Die Burganlage hatte als zentrales Element einen 40m hohen Hauptturm auf der Angriffsseite. Dazu kam ein dreistöckiger Wohnturm mit zwei Sälen und zahlreichen Zimmern. Gesichert war die Anlage durch einen in den Felsen gebrochenen Halsgraben, starke Außenmauern und eine tiefer liegende dreieckige Bastion als Vorburg. Die Besatzung bestand aus fünfzig bis achtzig Kriegsknechten unter einem Kommandanten, die bei Bedarf mit zusätzlichen Truppen verstärkt wurde. Vor Erfindung der Feuerwaffen galt Burg Katz als uneinnehmbar.

Nach dem Tod des letzten Grafen von Katzenelnbogen anno 1479 ging das Grafenamt samt dazugehörigen Burgen an die Landgrafen von Hessen. Es kam danach mehrfach zu Erbstreitigkeiten zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt, wobei Burg Katz 1626 und 1647 belagert und teilweise zerstört, dazwischen aber auch immer wieder verstärkt wurde. 1692, während der französischen Eroberungskriege unter Ludwig XIV., wurden erneut Teile der Burg zerstört. 1758 wurde sie dann von den Franzosen erobert und 1763 wieder zurückgegeben. 1806 war das Schicksalsjahr von Burg Katz: Napoleon Bonaparte ließ sie sprengen.

1816 kam die Burgruine zum Herzogtum Nassau und in private Hände; 1896 ließ sie der neue preußische Landkreis Sankt Goarshausen in Anlehnung an ihr ursprüngliches Aussehen wieder als Wohnsitz aufbauen. Die mittelalterlichen Reste der Ruine wurden dabei kaum berücksichtigt, daher erinnert der Wohnbau nur entfernt an den ehemaligen Palas. Lediglich in der Ruine des Bergfrieds sowie in Teilen von Schildmauer und Zwinger sind noch ursprüngliche Bauteile zu finden. Burg Katz befindet sich heute in Privatbesitz; eine Besichtigung der denkmalgeschützten Burganlage ist daher nur von außen möglich.