Bruchenbrücken

Bruchenbrücken ist ein Stadtteil von Friedberg und liegt südlich der Kernstadt direkt an der Wetter. Man kennt den kleinen Ort auch als Bärenschweiz. Das hat aber nichts mit einer bergigen Landschaft zu tun, sondern damit, dass man in Bruchenbrücken wohl früher in bestem Jägerlatein von Jagderfolgen auf Bären berichtete: Man schwätze über Bären und so wurde man zu den Bärenschwätzer und daraus entstand dann irgendwann der Name Bärenschweiz.

In Bruchenbrücken gibt’s nämlich alles, nur keine Berge. Dafür aber Brücken satt. Zehn Brücken sind es insgesamt, die das Bruchland (Sumpfland) passierbar machen.

Wo Wasser und Brücken sind, sind oft auch Mühlen zu finden. Zwei davon findet der Ortswandernde nordöstlich am Wetterufer in der Römerstraße. Die Geschichte der Görbelheimer Mühle, heute im Privatbesitz, lässt sich bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen, darauf weist der Name Görbelheimer Wüstung hin. Heute sind bei der Mühle hübsche Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus der Gründerzeit um 1900 zu finden. Die Geschlossenheit des Geländes mit Wehr und Garten bezaubert und steht unter Denkmalschutz. Gegenüber ist auch noch ein verwaistes Heiligenhäuschen zu finden, sofern es vom Gestrüpp frei geschnitten worden ist. Die sogenannte Ehemalige Mühle, Zum Steg 3, ist heute ein Wohnhaus.

Die evangelische Pfarrkirche im Dorf Bruchenbrücken ist Erasmus Albertus gewidmet. Jener wurde 1500 in Bruchenbrücken geboren und als Humanist und Mitstreiter Martin Luthers bekannt. Was heute zu sehen ist, steht auf Vorgängerbauten, die bis ins 7. und 8. Jahrhundert zurückgehen. Der längsrechteckige Saalbau mit schlankem Turm und gestaffeltem Haubendachreiter wurde 1750-51 errichtet, in einer eher schlichten reformierten Ausstattung.