Blaubeurer Felsenstieg zum Blautopf und zum Rusenschloss (Eiszeitpfad)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 8 Min.
Höhenmeter ca. ↑493m  ↓493m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Im Alb-Donau-Kreis wurden zwanzig Eiszeitpfade angelegt, die zwischen 6km und 15km lang sind - ideal für einen Tagesausflug zur Schwäbischen Alb. Wie der Name Eiszeitpfade schon andeutet, stehen die geologischen Besonderheiten der Region im Fokus, mit eiszeitlichen Landschaften, Höhlen, steilen Felsen und heute im Mittelpunkt: die Karstquelle Blautopf bei Blaubeuren.

Rund 12.000 Menschen leben in dem schmucken kleinen Städtchen Blaubeuren, dessen Blüte mit dem Benediktinerkloster Blaubeuren im 11. Jahrhundert eng verwoben ist. Es entwickelte sich ein Marktflecken. Blaubeuren an Aach und Blau nutzte die Wasserkraft von sieben Mühlen und lag günstig zwischen den Zentren Augsburg und Straßburg. Der Krieg hat hier nicht so schlimm gewütet und Blaubeuren erfreut sich einer hübschen Altstadt.

Einstieg in die „Eiszeit“ ist am Bahnhof (1868) an der B 28. Es geht mit dem Uhrzeiger. Nach bereits 1,2km sind wir an der Brillenhöhle, einem bedeutenden jungpaläolitischen Fundplatz. Die Brillenhöhle ist noch nicht komplett erforscht und von daher gegen Eindringlinge vergittert. Der Name bezieht sich auf die zwei runden Einsturzlöcher.

Durch das Felsenlabyrinth kommen wir zum Felsgebilde Küssende Sau. Wald begleitet uns bergan und nach rund 2km sind wir bei 695 Höhenmeter an der höchsten Stelle mit Aussichten. Es geht talwärts und nach etwa 4,3km empfängt uns Blaubeuren.

Durch die Platz- und Ziegelgasse geht es zum Rathaus Blaubeuren, drei Fachwerkgeschosse sind mit einem Dachreiter bekrönt. Die Stadtkirche rechts davon ist evangelisch und die Klosterstraße leitet zum Kloster Blaubeuren aus dem Jahr 1085, an deren Klosterkirche die Route auch noch vorbeiführt. Wir gehen erst zum Blautopf mit der Blautopfhöhle, die bis zu 42m Wassertiefe erreicht und der ein Höhlensystem angeschlossen ist.

Der Blautopf ist nach dem Aachtopf die zweit-wasserreichste Karstquelle in Deutschland. Sie ist Ursprung der Blau, die im Ulmer Stadtgebiet nach 22km der Donau zufließt. Das herrliche Blau erstrahlt, weil das Licht auf winzig kleine Kalkpartikel fällt (im nanoskaligen Bereich) und die das blaue Licht bevorzugt streuen. Ein malerischer Ort, natürlich mit Sagen angereichert und mir sehr schönen Blickachsen zum historischen Hammerwerk oder mit der sich erhebenden Klosterkirche am Rande. Das Hammerwerk begann seine Arbeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts, war bis 1889 als solche aktiv und kann besichtigt werden.

Wenn wir jetzt unseren Klosterabstecher machen, sehen wir ein sehr schmuckes Bauensemble mit einstiger Klosterkirche, Kreuzgang und Kräutergarten, einem Brunnenhaus und das kleine Literaturmuseum Schubartstube im ehemaligen Amtshaus des Klosters. Es gedenkt der Verhaftung des Literaturschaffenden Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791). Er prangerte die absolutistische Dekadenz seiner Zeit und der Zeitgenossen an – die ihm eine Falle stellten und in Blaubeuren gefangen nahmen und von 1777 bis 1787 einkerkerten. Südwestlich von Blaubeuren entspringt die Aach, die nahe dem Kloster in die Blau mündet und am Ufer steht das Badhaus der Mönche mit Heimatmuseum.

Unsere Wanderrunde führt uns vom Blautopf weg, hinauf zum Glasfels (582m) und auf den Blaufels (647m) und wir drehen eine Naturrunde, vorbei am Landsitz bei Sonderbruch, genießen Aussichten unter anderem bei einem Kriegsdenkmal und gehen zum Rusenschloss, auch Ruine Hohengerhausen genannt, mit der Großen Grotte. Das Rusenschloss entstand um 1080 auf einem Felsen über dem Stadtteil Gerhausen. 1768 wurde sie abgebrochen. Derzeit ist die Aussichtsplattform am Rusenschloss gesperrt, soll 2019 aber wieder zugängig sein. Nahe der Bahngleise passieren wir nochmal die Blau und sind in der Bahnhofstraße zurück.

Bildnachweis: Von qwesy qwesy [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons

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