Bickenbach (Bergstraße)

Bickenbach am nördlichen Ende der Bergstraße hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Allen voran das Rathaus, das sich in einem alten Jagdschloss befindet. Durch Bickenbacher Gebiet führt die A 5 und westlich davon lädt der Erlensee zur Entspannung ein. Noch ein Stück weiter westlich finden sich zwei Bodendenkmäler, die auf ein Römisches Kastell hinweisen.

Der Erlensee, durch Auskiesung entstanden, grenzt nördlich an das Naturschutzgebiet Pfungstädter Moor. Der langgestreckte See hat ein Inselchen in der Mitte, das als Kinderstube für brütende Vögel gedacht ist. Der rund 10ha große See lädt zum Baden ein. Einige Bereiche sind den Anglern vorbehalten. Auch gibt es einen Kiosk am Erlensee.

In der Bachgasse und an der Darmstädter Straße in Bickenbach sind die meisten Baudenkmäler zu finden. In der Bachgasse, einer Parallelstraße zur Darmstädter Straße, ist eine Hofreite aus dem Jahr 1711 mit einer Scheune aus dem Jahr 1805. In der gleichen Gasse steht der Judenbrunnen, ein Nachbau, denn das Original ist im Bickenbacher Bürgerhaus. Der barocke Sandsteinbrunnen erhielt seinen Namen durch eine Judenschule, die aber nicht mehr vorhanden ist.

Im Bürgerhaus ist auch das Original vom Kaiserstein, von dem eine Nachbildung im Norden der Gemarkung steht. Der Kaiserstein erinnert an den Jagderfolg des Großherzogs von Toskana, der 1745 mit einem Schuss einen Hirsch erlegt hat.

Bickenbach war ein beliebtes Jagdrevier der Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Man schrieb das Jahr 1720 als Landgraf Ernst Ludwig, Anhänger der französischen Parforce-Jagd (berittene Hetzjagd mit Hundemeute), die wohl größte Jagdschlossanlage bauen ließ. Vom einstigen Jagdschloss Bickenbach haben sich der Große Bau erhalten, wo heute das Rathaus ist, und das Herrenhaus. Zwischen den beiden liegt ein Innenhof, der als Parkfläche genutzt wird. Bis 1790 residierten im Schloss die gräflichen Familien. Danach war es Lazarett, Garnison, Poststation, Zigarrenfabrik, Flüchtlingsunterkunft und Wohnanlage und schließlich zog die Verwaltung ein.

Das Rathaus in der Darmstädter Straße trägt die Hausnummer 7. In der gleichen Straße mit der Hausnummer 28 steht das alte Rathaus, das von 1972 bis 1996 der Gemeindeverwaltung diente. Das Haus stammt aus dem Jahr 1885 und wurde seinerzeit als Schulhaus und für die Verwaltung genutzt. Übrigens hat Bickenbach seine historischen Orte mit Infotafeln ausgestattet, so dass man bei einer Ortserkundung die Geschichte zu den Häusern erfahren kann.

Das älteste Haus in Bickenbach steht in der Darmstädter Straße 35 und wird Kolb’sches Haus genannt. Das Haus mit dem Fachwerkgiebel stammt aus dem Jahr 1584 und hat eine Lehmstuckdecke. Das zweigeschossige Haus war Gaststätte, Küferwerkstatt, es wurde Landwirtschaft betrieben und eine Metzgerei. Auch diente es bis 1972 als Rathaus. Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde es von Bickenbach erworben und heute beherbergt es das Heimatmuseum, das vom Geschichts- und Museumsverein betreut wird.

Weitere schmucke Fachwerkbauten finden sich im Straßenverlauf. Eines ist das ehemalige Gasthaus Zum Löwen aus dem Jahr 1634. Auf massivem Erdgeschoss erhebt sich ein Fachwerkgeschoss und man sieht in einem Rundbogen das Wappen der Grafen zu Erbach. Vermutlich war das Haus einst ein Rentamt.

Schlendert man die Darmstädter Straße weiter, gelangt man zur evangelischen Kirche, zur Stephanskirche, da sie 1434 dem heiligen Stephan geweiht wurde. Erst 1529 zog in Bickenbach die Reformation ein. Der spätgotische Turm wurde 1480 errichtet. 1622 brannte das Gotteshaus nieder, wurde aber wieder aufgebaut, was insgesamt bis zum Jahr 1809 dauerte. Benachbart ist das Pfarrhaus, das heute als evangelisches Gemeindehaus dient und 1742 gebaut wurde.

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