Bernsteinbäder-Tour von Ückeritz über Loddin nach Koserow (Usedom)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 20 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 18 Min.
Höhenmeter ca. ↑136m  ↓136m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Da, wo Usedom so richtig schmal ist und von Achterwasser und Ostsee eingefasst wird, da liegen die Usedomer Bernsteinbäder, namentlich die Seebäder Zempin, Koserow, und Ückeritz. Während die Kaiserbäder im Süden Usedoms mit mondäner Architektur und einem hügeligen Hinterland beeindrucken und der Norden durch stille Wälder geprägt ist, versprühen die Bernsteinbäder mit ihrem breiten Strand und den Steilküsten am ehesten klassische maritime Atmosphäre.

Wir beginnen die Tageswanderung an Usedoms schmaler Taille am Forsthaus Neu Pudagla, genauer am zugehörigen Bahnhof, der von der Usedomer Bäderbahn angefahren wird. Vom Bahnhof der Bäderbahn sind es nur wenige Meter bis zum Forsthaus Neu Pudagla.

Die Gebäude des Forstamts, das für den gesamten Wald im deutschen Teil Usedoms zuständig ist, wurden 1849 erbaut. In der ehemaligen Scheune informiert heute ein Waldkabinett über Geschichte und ökologische Zusammenhänge des Waldes. Diesem angegliedert sind ein Waldlehrpfad und der Usedomer Gesteinsgarten mit rund 140 Findlingen, gestaltet von Geologen der Universität Greifswald.

Vom Forstamt halten wir uns zunächst westwärts und wandern zum Yachthafen Stagnieß am Achterwasser, eine Lagune des Peenestroms, der hier nur durch die wenige hundert Meter breite Insel Usedom von der Ostsee getrennt ist.

Vom Hafen Stagnieß wandern wir vorbei am Naturcampingplatz nach Ückeritz mit seinen historischen Fischerkaten und dem Hafen Ückeritz am Achterwasser. Von Ückeritz geht es weiter nordwärts nach Loddin. Man passiert die Ückeritzer Angelteiche und die Melle, einen kleinen Seitenarm des Achterwassers. Südlich liegt das Loddiner Höft, eine Steilküstenlandschaft, die man – wenn man fit ist – noch zusätzlich erwandern kann.

In Loddin steuert man den Sportboothafen an und folgt dann dem Küstenwanderweg hinauf nach Koserow. Koserow liegt an der schmalsten Stelle der Landenge zwischen Nord- und Süd-Usedom. Nachdem die Bundesstraße B 111 passiert ist, trifft man auf die evangelische Kirche. Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und beherbergt im Inneren u.a. einen um 1500 gefertigten Flügelaltar und ein um 1400 fertiggestelltes spätgotisches Kruzifix.

Das Kruzifix der Koserower Dorfkirche ist aus einem 2,30m langen Eichenstück gefertigt und wird vor Ort auch Vinetakreuz genannt. Es soll, so die Legende, noch aus der untergegangenen Stadt Vineta stammen, dem geheimnisvollen Atlantis der Ostsee. Ob es Vineta gab und wo es lag ist nicht gesichert. Einige vermuten jedoch, dass Vineta vor dem heutigen Koserow lag und bei einem Sturmhochwasser in der Ostsee versunken ist.

Wir spazieren von der Kirche in Koserow die Hauptstraße hinauf bis zur 261m langen Seebrücke Koserow. Vor der Seebrücke stehen einige Salzhütten, in denen heute Räucherfisch verkauft wird. Ein idealer Platz also für eine Pause, bei der man mit Fischbrötchen in der Hand die Ostsee genießen kann.

Von der Seebrücke wandern wir südwärts die Küste entlang zum Streckelsberg (58m). Der Streckelsberg ist die dritthöchste Erhebung auf Usedom und markiert die Spitze einer längeren Steilküste, die sich markant vom Ostseestrand aus erhebt. Der Streckelsberg, seit 1957 als Naturschutzgebiet ausgewiesen, ist ein wichtiger Schauplatz im bekannten Roman Maria Schweidler, die Bernsteinhexe, der 1843 von Wilhelm Meinhold veröffentlicht wurde und sich international bis heute großer Beliebtheit erfreut.

Man wandert die Steilküste entlang weiter südwärts und erreicht als nächstes größeres Ziel den Loddiner Ortsteil Kölpinsee. Das 1897 eröffnete Hotel Seerose war in den 1920er Jahren ein beliebter Treffpunkt der UFA-Filmstars. Direkt hinter dem Hotel liegt der 28ha großen Kölpinsee, der unter Naturschutz steht. Zwischen Kölpinsee und Ostsee wandern wir weiter und genießen das Steilküstenpanorama am Teufelsberg.

Später verlassen wir die Oseseeküste und wandern landeinwärts zum Wockninsee. Der Wockninsee ist weitgehend verlandet, bietet aber gerade deshalb mit seinen Moorbereichen einen wichtigen Rückzugsraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere, wie den Springfrosch oder den Teichmolch. Brutvögel im Naturschutzgebiet Wockninsee sind Haubentaucher, Zwergtaucher, Kranich und Graugans. Vom Wockninsee geht es schließlich zurück zum Haltepunkte Neu Pudagla der Bäderbahn.

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