Beerfelder Runde (mit Mümling-Quelle und Beerfelder Galgen)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 14 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑278m  ↓278m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Beerfelden, erstmalig 1032 genannt, ist ein Stadtteil von Oberzent und liegt in einer der waldreichsten Regionen des Odenwaldes, auf der Wasserscheide zwischen Main und Neckar, im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Zur touristischen Vermarktung heißt die Gegend „Beerfelder Land“. In Beerfelden ist die Quelle der Mümling im historischen 12-Röhren-Brunnen gefasst.

Eine Besonderheit, wo wir starten und landen, ist am Galgen, bzw. der Beerfelder Galgen, der 1597 anstelle eines Holzgalgens gebaut wurde. Er ist einer der ältesten, größten und besterhaltenen Deutschlands und besteht aus drei 5m hohen Rotsandsteinsäulen. Die Säulen bilden ein gleichschenkliges Dreieck. Drei Querbalken liegen obenauf, weshalb das Todesgerät „dreischläfriger Galgen“ heißt.

Sieben Linden standen einst drumherum, ein Kreuz bietet Anlass zur Sühne. Wozu das große Teil, fragt man sich, denn die Grafschaft galt als eher liberal. Lediglich eine Hinrichtung im Jahr 1746 scheint gesichert, es betraf einen Mann, verurteilt wegen Diebstahl und Ehebruch. 1804 soll zuletzt eine herumzigeunernde, Essen stehlende, Frau am Galgen geendet sein.

Wir wandern nach Beerfelden, um uns den historisch reichen Ort anzuschauen. Die Bauern sollen so gut dagestanden haben, dass sie ihren Lehnsherren Geld leihen konnten. Im Gegenzug ließen sie sich von Abgaben befreien. Die Gesamtanlage des Stadtkerns steht unter Denkmalschutz. 1810 gab es einen verheerenden Brand, ältere Bauten stammen aus der Zeit des Neuaufbaus. 

Dazu zählt auch die evangelische Kirche (Martinskirche) am Marktplatz, die 1816 als klassizistischer Bruchsteinbau fertig wurde, der Turm erhielt 1887 seine volle Größe. Das ehemalige Rathaus wurde 1824 bezugsfertig. 

Nächstes Ziel ist der Zwölfröhrenbrunnen an der Mümlingquelle, der auch nach dem Stadtbrand gebaut wurde, aus Sandstein, mit Säulen aus denen das Wasser aus Löwenmäulern in Tröge plätschert. In der Nähe ist in einem alten, ebenfalls aus der Zeit um 1810 errichteten, Wohnhaus das heimatliche Museum der Oberzent eingerichtet.

Wir wandern Richtung Oberzent Schule, halten uns rechts, queren die B45, kommen durch Wiesen und in den Wald mit Bike-Park und Skilift. Schattig geht’s aufwärts, an der Dr.-Heinrich-Weber-Hütte vorbei und über eine Höhe. Wenn es talwärts und gen Süden geht, queren wir die Sensbacher Höhe an der L3120, mit einem Friedhof anbei. Wir wandern weiter talwärts, mit Wald und dann durch offene Landschaft, die B45 wird gekreuzt und wir tangieren das Waldseebad am Gammelsbach. Südlich ist übrigens der Ort Gammelsbach mit der Ruine der Burg Freienstein.

Mit Waldrand umrunden wir Beerfelden und seine Felder südlich. Fitness wird beim Deltaparcours geschult, wozu gepflegten Stationen einladen. Zwei Landstraßen passierend, kommen wir am Solarpark vorbei und landen erneut beim Galgen.

Bildnachweis: Von Lordronin [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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