Arloff

Der Bad Münstereifeler Stadtteil Arloff liegt an der Erft ganz im Norden des Wandergebiets Münstereifeler Wald. Östlich von Arloff führte einst der Römerkanal Quellwasser nach Köln. Nicht ganz so alt ist Burg Arloff, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Emporragend ist der dreigeschossige Wohnturm aus dem Jahr 1269 aus Bruchstein, der heute verputzt ist. Der Wohnturm wurde über einem älteren, früher kleinen, tonnengewölbten Keller in die Höhe gemauert. Das Wohnhaus stammt aus der Zeit des Barock und wurde 1699 aus Bruchsteinen gebaut.

Heute erscheint Burg Arloff eher unauffällig. Burg Arloff gehört aber zu den typologisch wichtigen Burgen des Rheinlands. In solcher unverfälschter Klarheit ist ein zweckorientierter Wehrbau aus frühgotischer Zeit nur noch selten anzutreffen

Zum Lehen der Burg Arloff an der Grenze zwischen dem Kurfürstentum Köln und der Grafschaft Jülich zählte die Burgmühle an der Erft. Allein im Euskirchener Gebiet wurden 24 Mühlen betrieben. Das Arloffer Mühlenhaus aus Bruchsteinen mit teilweise Fachwerk beherbergt auch noch die Mühlentechnik und ist in Privatbesitz.

In Arloff sehenswert ist die Hubertuskapelle mit der Alten Vikarie. Die Entstehung der Hubertus geweihten Kapelle geht auf Pestepidemien zurück. 1348 erholten sich die Arloffer von der ersten Pestwelle. Ihren Nachbarn in Bad Münstereifel spielte der Schwarze Tod 1451 derart übel mit, dass von der Bevölkerung kaum mehr Leben übrig blieb. Dankbar dafür, dass Arloff verschont worden war, errichteten die Arloffer 1466 die Hubertuskapelle aus Bruchsteinen, geziert mit einem Dachreiter. Aus der Entstehungszeit wurden bei Renovierungen Fresken freigelegt.

Erftabwärts geht Arloff direkt in den Stadtteil Kirspenich über. Hier steht Burg Kirspenich, eine in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaute Wasserburg, die sich heute sehr schön restauriert in fantastischem Zustand befindet. Im Zentrum der Wasserburg Kirspenich steht der sehr präsente viereckige Turm aus Bruchsteinen, gemauert im 13. Jahrhundert, umwehrt von einer stattlichen Ringmauer, die auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Burg Kirspenich dient heute als Event-Location.

In Sichtweite ist die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus, eine der acht Mutterkirchen, die von der Abtei Prüm im 13. Jahrhundert dem Stift Münstereifel zugeteilt wurde. Die spätgotische Kirche wurde 1906 durch den jetzigen Bau ersetzt.

Nach Westen liegt der Bad Münstereifeler Stadtteil Kalkar. Hier findet sich das Naturschutzgebiet Kalkarer Moor und Arloffer Bruch sowie die Teiche der ehemaligen Tongrube Toni. Hier befindet sich im sogenannten Teichmannhaus die Natur- und Umweltstation Bad Münstereifel.