Arboretum Main-Taunus

Eintauchen in die landschaftliche Vielfalt der Vegetation auf unserem Globus kann man bei einem Besuch des Arboretums Main-Taunus. Arbor kommt aus der lateinischen Sprache und bedeutet Baum. Ein Arboretum ist eine Bepflanzung eines Parks mit in- und ausländischen Bäumen und Sträuchern. Oft stehen dabei die Bäume vereinzelt und sind mit einem Infoschild gekennzeichnet. Nicht so im Arboretum Main-Taunus. Hier sind die Bäume und Sträucher in Gruppen angelegt, wie sie in Naturraum auch vorkommen würden. Rund 600 Gehölze!

Das geographische Arboretum auf den Flächen der Gemeinden Sulzbach, Schwalbach am Taunus und Eschborn beheimatet Waldgesellschaften aus vier unterschiedlichen Naturräumen der nördlichen Erdhalbkugel. Es finden sich Pflanzen aus Europa, Kaukasus, Kleinasien, Asien, dem westlichen und östlichen Nordamerika auf der 76ha großen Fläche (150 Fußballfelder!). Teile des Parks werden mit ökologischer Landwirtschaft betrieben, ein Imker hat Bienenkörbe aufgestellt und im Waldhaus trifft man sich zu Veranstaltungen und kann sich ganz naturnah mit Flora und Fauna auseinandersetzen.

Hauptwege und Pfade des Arboretums führen Wanderer in rund zwei Stunden durch die unterschiedlichen Naturräume. Sie begegnen der nordamerikanischen Mammut, der Grannen-Kiefer und der stacheligen Chilenischen Araukarie, die in ihrer Heimat Höhen um die 40m erreicht. In unseren Breitengraden ist der Baum meist im Jugendalter zu sehen.

So kommt man an rund 36 kleinen Baumgruppen vorbei, durchwandert quasi die Rocky Mountains, Teile des Himalaya und durchstreift Nadelwälder auf Hokkaido sowie ein bisschen Sibiriens Ostküste und die Mandschurei. Unterbrochen wird der Weltwaldspaziergang von womöglich grasenden Rindern, Wildblumenwiesen und Streuobstbestand. Bei der Bepflanzung wurde natürlich darauf geachtet, dass alle „Arboretarier“ die hiesigen Wetterbedingungen vertragen und nicht kaputt frieren oder ertrinken.

Das Arboretum Main-Taunus entstand auf einem Teil des ehemaligen Flugplatzes der Deutschen Luftwaffe. Das Gelände wurde 1981 vom Land Hessen gekauft und galt aus Ausgleichsfläche für die Erweiterung des Frankfurter Flughafens. Seit der Aufforstung in den 1980er Jahren ist das Areal zu einem beliebten Naherholungsgebiet und Baumforscherland herangewachsen. Mit den unterschiedlichen Pflanzen kamen auch verschiedene Tierarten in die grüne Oase. Vögel, Amphibien, Insekten und größere, wie Rehe und Wildschweine.

Durch das Arboretum führen die Regionalpark-Rundroute Rhein-Main und die Bonifatius-Route. Wer per Auto anreisen will, kann einen der kostenlosen Parkplätze gegenüber der Europa-Schule nutzen. Den Baumpark mit Waldhaus findet man unter der Anschrift: Am Weißen Stein, 65824 Schwalbach am Taunus. Die Hauptzufahrt kommt aus der Richtung Eschborn und führt über das Gewerbegebiet Camp Phönix Park.

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