Anklam: Stadtspaziergang (mit Otto-Lilienthal-Museum)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 4 km
Gehzeit o. Pause: 53 Min.
Höhenmeter ca. ↑34m  ↓34m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Anklam ist Zucker, könnte man sagen, denn es ist im Inneren hübsch und im Osten von einer recht großen Zuckerfabrik umgrenzt. Wir werden uns mit dem süßen Kern der Hansestadt befassen, starten an der Peene und der B109 beim Parkplatz nahe dem Lilienthal-Denkmal, das, bei Dunkelheit interessant illuminiert, an den berühmten Luftfahrtpionier und Sohn von Anklam, Otto Lilienthal (1848-1896) erinnert, dem auch ein Museum gewidmet ist.

Erstmals wurde Anklam 1243 urkundlich genannt. Die Hanse- und Lilienthal-Stadt als ein „Tor zur Insel Usedom“ hat eine lange Geschichte. Landschaftlich ist sie auch durch den unteren Peenelauf geprägt. Anklam liegt rund 7km vor der Peenemündung in den Peenestrom, der zur Ostsee will.

Wir kehren der Peene den Rücken und wandern zum Pferdemarkt und zur evangelischen Marienkirche im Stil der Backsteingotik. Erstnennung war 1296. Die romanische Kirche wurde gotisch überbaut, man sieht am Turm noch den Unterschied der Bauphasen. Nach mehrfacher Zerstörung misst der Turm mit Satteldach heute 64m. Kunsthistorisch von Bedeutung sind die Fresken der Pfeiler und Gurtbögen aus dem 14. Jahrhundert.

Durch die Frauenstraße wandern wir zum Marktplatz mit dem Brunnen und dem Rathaus. Hier wurden Reste eines gotischen Vorgängers gefunden. 2005 wurde der Platz neu gestaltet und Plattenbauten platt gemacht. Das heutige Rathaus fügt sich eher ins historische Flair.

Die zweite und jüngere Kirche in Anklam ist die ebenfalls mittelalterliche profanierte Nikolaikirche. 1945 wurde sie zerstört und erst nach der Wende kümmerte man sich um ihren Erhalt. Sie dient der Bereicherung des Kulturprogramms von Anklam. Ihr Turm ohne Spitze misst rund 50m, wurde als Aussichtsplattform umgebaut, die von Mai bis September bestiegen werden kann.

Wir wandern zum Wahrzeichen von Anklam, dem Steintor. Das Stadttor im Stil der Backsteingotik aus dem 13. Jahrhundert mit Treppengiebel ist das einzig erhaltene von Anklam. Seit 1989 beherbergt es das Museum im Steintor und zeigt die Geschichte der Region am Peenestrom oder die der Hanse. Ursprünglich war hier auch eine Ausstellung zum Flugpionier Lilienthal, der eigenes Museum erhalten hat, zu dem wir jetzt gen Osten wandern.

Otto Lilienthal gelangen 1891 die ersten wiederholbaren Gleitflüge der Geschichte: Vom Sprung zum Flug. Das Konzept der Tragflächen wurde durch ihn angestoßen. Im Otto-Lilienthal-Museum sieht man fantastische Flugapparate, die an Fledermäuse erinnern oder Helden-Comics. Lilienthal verstarb in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen eines Absturzes aus 15m.

Der Stadtspaziergang führt uns an einer Grünanlage vorbei in Richtung Ameos Klinikum Anklam. Wir biegen nach rechts in die Hospitalstraße, wandern nahe dem Werner-Seelenbinder-Stadion vorbei, immer Richtung Zentrum. An der Friedländer Straße ist die katholische St. Salvator Kirche (1901) im Stil der Neoromanik, die für polnische und schlesische Saisonarbeiter errichtet wurde.

Wir wandern durch einen Park zum 20m hohen runden Pulverturm, der im 15. Jahrhundert erstmalig im Zusammenhang der Nennung eines Gefängnisturms auftaucht. Alsbald hat uns der Marktplatz wieder.

Bildnachweis: Von Michael Sander [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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