Altstadtrundgang Bamberg (Franken) 


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 8 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 45 Min.
Höhenmeter ca. ↑114m  ↓114m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wie soll man entlang von 7,6km eine über 1.000jährige Stadt wie Bamberg am besten erkunden und beschreiben? Es scheint fast unmöglich alle Superlative hintereinander zu bekommen: Barockstadt, Stadt auf sieben Hügeln, Rom, Klein Venedig und UNESCO-Weltkulturerbe mit über 1.200 Baudenkmälern nur in der Kernstadt. Wir haben versucht einige Highlights entlang der Kirchen, Museen und des Wassers miteinander zu verknüpfen, von Klein Venedig mit Fischercharme hinauf zum Kaiserdom oder zum Aussichtspunkt über die Gärtnerstadt. Es gibt recht viel zu sehen! Und auch zu verkosten, denn in Bamberg und rundherum gibt es 11 Brauereien.

Wir beginnen am Bahnhof und gehen mit der Uhr, acht Kirchen liegen auf dem Weg. Die erste ist St. Gangolf, als dreischiffige Basilika. Die einstige Stiftskirche ist von der Lage her eine, die das imaginäre Kreuz Bambergs bilden, sie gehört zum „Längsbalken“. St. Gangolf mit den Doppeltürmen ist der älteste Sakralbau mit seiner Grundsubstanz aus der Zeit um 1059. Die nächste Kirche ist erheblich jünger (1934 geweiht)  und evangelisch: die Erlöserkirche mit ihrem schlanken 55m hohen Campanile steht am rechten Ufer des Main-Donau-Kanals. Wir gehen am Adenauerufer entlang über die Luitpoldbrücke, wo wir den Kanal überqueren. Nun sind wir am Weegmannufer und gehen zum Maximiliansplatz mit dem langgestreckten Rathaus.

Wir kommen am Naturkundemuseum vorbei zur Kirche St. Martin. Die katholische Pfarrkirche gehört auch in den Längsbalken. Die Kirchengeschichte beginnt im 13. Jahrhundert mit einem Karmelitenkloster. Ihnen folgten die Jesuiten, die 1686 mit dem Neubau der Kirche, die sich mit zweigeschossiger Ostfassade und Risalitgiebel zeigt, begonnen. Baumeister waren die Gebrüder Dientzenhofer, die die Ära des fränkischen Barocks einleiteten und auch einen Teil der Neue Residenz bauten sowie das Kloster Banz in Bad Staffelstein.

Über den Grünen Markt und den Obstmarkt gehen wir zum nächsten Wahrzeichen von Bamberg: dem Alten Rathaus auf der Brücke. Wir gehen über die Obere Brücke über den Nonnengraben, sehen vielleicht sogar einen Gondolieri und kommen über die zwei Arme der Regnitz und zum Brückenrathaus, das heute die Sammlung Ludwig (Porzellan) beherbergt. Geschichte und Aussehen des Alten Rathauses sind gleichermaßen bemerkenswert. Es heißt, dass der Bischof den Bürgern keinen Platz für ein Rathaus bereitstellte und diese dann Pfähle in die Regnitz gerammt hätten, um darauf das Gebäude zu errichten, das durch die Fresken an der Fassade besonderen Eindruck hinterlässt.

Jetzt gehen wir zum Herzstück, dem Bamberger Dom. Der 4-türmige Kaiserdom auf dem Domberg beherrscht das Panorama und ist St. Peter und St. Georg geweiht. Die Türme sind 74 und 76m hoch. 1012 stand hier bereits ein erster Dom. Der Bamberger Dom mit vollständig erhaltener Krypta hat sogar ein bestätigtes Papstgrab sowie den Bamberger Reiter aus dem Jahr 1230, der noch nicht preisgegeben hat, wer er eigentlich ist. Romanik, Gotik, Barockisierung, Rokoko und die alten Domkröten: es lohnt eine geführte Besichtigung. Gleich benachbart findet sich das Historische Museum und die hübsche Alte Hofhaltung, wo auch schon mal Theateraufführungen stattfinden.

Über den Domplatz kommen wir zur weitläufigen Neuen Residenz, wo ab 1602 die Fürstbischöfe zuhause waren und heute die Staatsgalerie, Staatsbibliothek und der Rosengarten. Wir nehmen den Erthalweg und gehen durch die Grünanlage zum Kreuz am Michelsberg und zur St. Michael mit der Benediktinerabtei auf dem Michelsberg. Das Kloster wurde 1803 aufgelöst. Die Kirche bildet einen Teil des „Querbalkens“ des Kreuzes. Herausragend hier zu erwähnen ist das aufgemalte Herbarium unter der Gewölbedecke, das rund 600 Pflanzen zeigt. Im Kern ist die Kirche aus dem Jahr 1121. Hinter der Kirche finden wir das Fränkische Brauereimuseum und wir gehen durch die Straße Maienbrunnen zurück zur Regnitz, die wir „Am Leinritt“ überqueren.

Die Regnitz liegt rechts von uns, während wir entlang dem Landesgartenschauweg gehen. Die 16. bayerische Landesgartenschau war 2012 in Bamberg. Durch die Straße Fischerei verlassen wir den Fluss, links und rechts von uns finden sich Gebäude mit Schulen und Universität. An der Unibibliothek vorbei geht es über den Heumarkt und an den Gebäuden des Klosters Maria Himmelfahrt vorbei mit den „Englischen Fräulein“, die heute hier ein neusprachliches, wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium haben.

Über die Löwenbrücke passieren wir den Main-Donau-Kanal und gehen durch die Siechenstraße zur Kirche St. Otto, die 1913 geweiht wurde. Nächstes Ziel ist die Aussichtsplattform Gärtnerstadt. Bamberg hat nämlich auch eine Tradition der Gärtnerei. Bereits vor Jahrhunderten wurden Steckzwiebeln und Süßholz beispielsweise exportiert, was den Bambergern auch den Namen Zwiebeltreter einbrachte. Durch das Gärtnerviertel führt auch ein Rundweg mit Infotafeln. Wir gehen durch die Heiliggrabstraße in die Klosterstraße und kommen an dem Dominikanerinnenkloster Zum Heilig Grab vorbei. Die Klostergeschichte geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Durch die Ludwigstraße kommen wir zurück zum Bahnhof. 

Bildnachweis: Sinje Beck

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