Altes Testament (Sauerland)

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Westlich von Sundern im Talkessel zwischen Hellefelder Höhe (503m), Kehlberg (478m) und Hardt (480m) liegt der Ortsteil Hellefeld. Damit befindet er sich zugleich auch an der Nahtstelle zwischen den beiden Naturparks Homert und Arnsberger Wald. Bei einer solchen Lage ist es nicht verwunderlich, dass Hellefeld als Ausflugsziel bestens geeignet ist. Seit der kommunalen Neuordnung im Jahr 1975 gehört Hellefeld zur Stadt Sundern, ist aber deutlich älter als die Kernstadt. Schon 886 wird die Ortschaft urkundlich erwähnt.

Das hohe Alter von Hellefeld wird auch an der Pfarrkirche St. Martinus deutlich. Das Patrozinium des heiligen Martin deutet auf sehr frühe Ursprünge der Kirche hin, genauer auf die erste Welle der Christianisierung im 9. Jahrhundert. Und tatsächlich wird eine villa Heliveldum schon im 9. Jahrhundert erwähnt. Der heute sichtbare Kirchenbau allerdings ist jünger.

Sein Turm stammt von einer kleinen romanischen Basilika, deren kreuzförmiges Kirchenschiff Ende des 19. Jahrhunderts so baufällig geworden war, dass sogar ein Teil einstürzte. 1874-76 entstand als Ersatz die heute sichtbare neugotische Halle, die 1973 restauriert und 2003 um eine neue Orgel ergänzt wurde. Bemerkenswert ist ein altes Stück sakraler Inneneinrichtung, das heute im Turm zu besichtigen ist: das romanische Taufbecken. Es besteht aus Zinn und ist mit Köpfen oder Fratzen verziert, deren Bedeutung noch nicht wirklich entschlüsselt ist.

Vielleicht ist es auf das hohe Alter der ersten Kirche in Hellefeld zurückzuführen, dass die Gegend östlich von Sundern auch das Alte Testament des Sauerlands genannt wird. Eine andere Erklärung ist die Tatsache, dass zur katholischen Pfarrei Hellefeld zwölf Ortschaften gehören, eine Anspielung auf die zwölf Stämme Israels. Vielleicht hat es aber auch einen ganz anderen Grund - bis heute ist die Herkunft dieser Bezeichnung nicht wirklich geklärt. Bekannt ist nur, dass sie im 19. Jahrhundert aufkam. Und vielfältige Verweise auf die christliche Prägung der Region findet man allenthalben: Wegekreuze und Heiligenfiguren sind ständige Begleiter an den Wanderwegen und im örtlichen Nahverkehr gibt es eine Christ-König-Buslinie.

In Linnepe gibt es sogar eine Art Freiluft-Kirche. Eine alte Eiche ist es, in deren Geäst eine Glocke aufgehängt ist, die an Feiertagen geläutet wird. Die Linneper Kirch-Eiche ist zwar noch nicht ganz so alt wie das Kirchspiel Hellefeld, vermutlich stammt sie aus dem frühen 20. Jahrhundert. Dafür hat es einen eigentümlichen Anklang an das Heidentum vorchristlicher Zeit, wenn eine Eiche als Gotteshaus dient. Insgesamt rund 230km Wanderwege laden zum Erkunden des Alten Testaments im Sauerland ein.

Wer von Hellefeld aus der Straße zwischen Kehlberg und Hardt nach Südosten folgt, erreicht nach nur rund zwei Kilometern Altenhellefeld. Der anerkannte Erholungsort tritt historisch trotz seines Namens erst sehr viel später als Hellefeld in Erscheinung, nämlich im Jahr 1236. Genauso sehenswert wie Hellefeld ist er aber allemal. Die zahlreichen denkmalgeschützten Fachwerkhäuser wurden liebevoll restauriert, so dass der Ort schon fünfmal die Silbermedaille im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden erringen konnte. Und so manch einer der alten Höfe hat eine Geschichte, die bis in das 13. Jahrhundert zurück reicht.

Rund um Altenhellefeld gibt es in der Landschaft einiges zu entdecken. Etwa die Wacholderheide, die Dank der Beweidung durch Schafe ihren typischen Charakter behält. Oder die Freizeitanlage Junkern-Wiese, ein Gewässerbiotop, das im Volksmund auch das Rote Meer genannt wird.