Alsheim

Alsheim liegt umgeben von Weinbergen am Fuße der rheinhessischen Rheinterrassen. Nördlich dazu zählt der Weiler Hangen-Wahlheim mit der interessanten Kirchenruine Maria Magdalena, die Wurzeln im 13. Jahrhundert hat, wovon sich die Außenmauern zum Teil erhalten haben sowie ein schönes Maßwerk eines Fensters.

Im Zentrum von Alsheim steht die Symbolfigur Alsheimer Windbeidel, was mit Windbeutel übersetzt werden kann. Der lässig dort stehende Typ aus Bronze steht gegenüber vom Rathaus und spielt auf die Winbeutelei an, was ein veralteter Begriff ist für ein leichtsinniges Verhalten oder auch Angeberei. Das Rathaus aus verputztem Sandstein unten und Fachwerk oben wurde 1739 fertiggestellt und zwar im barocken Stil. Es hat ein Krüppelwalmdach und einen Uhrendachreiter obendrauf.

Das Rathaus steht in der Bachstraße und entlang dieser finden sich insgesamt 12 Gebäude unter Denkmalschutz. Darunter sind Wohnhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In der Bachstraße 2 ist die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu bewundern, die Anfang des 16. Jahrhunderts gebaut wurde. Der barocke Saalbau verfügt über einen spätgotischen Chor. Man sieht geschwungene Giebel und einen Dachreiter sowie im Inneren ein Rauten-Sterngewölbe.

Macht man sich in die südwestliche Ortsrandlage auf, kommt man zur ältesten Kirche in Alsheim, die einst dem heiligen Bonifatius geweiht war, 831 erstmalig genannt wurde, nun aber die evangelische Kirche ist. Die Bonifatiuskirche wurde um 1200 als romanischer Saal erbaut und rund 6 Jahrhunderte später barock überformt. Das besondere an ihr ist der gedrungene Westturm.

Der Kirchturm macht sie zu einer der in der Region viermal vorkommenden Heidenturmkirchen von Rheinhessen. Weitere Beispiele dieser Art sind die Kirche St. Paul in Worms, St. Viktor in Guntersblum und die Allerheiligen-Kirche in Dittelsheim-Heßloch. Das untere des Turmes ähnelt Wehrtürmen und das obere mutet orientalisch an. Der Turm war mal mit einer Kuppel abgeschlossen. Der Triumphbogen innen stammt vermutlich aus der Zeit der Karolinger und sehenswert sind ebenfalls die Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert mit Szenen aus dem Leben Jesu und die Anbetung der Könige beispielsweise.

In der Oberdorfstraße ist Schloss Alsheim zu finden, das früher Ullnersches Gut geheißen hat. Das ursprüngliche Gebäude war Teil des Königshofs, zu dem auch die Kirche gezählt haben dürfte. Schloss Alsheim war wohl im 18. Jahrhundert so zerfallen, dass es abgerissen wurde. An der Stelle wurde dann das Hofgut gebaut. Hier finden Ausstellungen, Konzerte und Seminare einen passenden Rahmen. Zu Pfingsten und im Oktober findet beim Schloss ein Kunst- und Handwerkermarkt statt.

Eine Besonderheit bei Alsheim sind die zahlreichen Hohlwege, die sich durch den Lössboden gegraben haben und auf denen man wandern kann. Zur Erkundung des Alsheimer Hohlwege-Paradieses stehen 6 Hohlwege zur Auswahl, zwischen 1,5 und 4,5km lang. Einige Hohlwegewanderungen starten am Weißmühlbrunnen am Rande von Alsheim.

Die Hohlwege entstanden durch die Menschen, die auf dem rund 40m hohen Lössboden Weinreben anpflanzten und deren Bewegungen durch Fuhrwerke zum Beispiel, konnten sich die Hohlwege in die Lösswände graben. Durch die Beschaffenheit des Gesteins blieben nämlich die Wände stehen, während durch Befahrung der Löss zu Staub wurde und davonwehte oder die lose Erde wurde durch starken Regenfall hinweggespült. In den Lösswänden finden sich zahlreiche Insekten ein. Wildbienen, Wespen und Hummeln nutzen sie für ihre Bruthöhlen zum Beispiel.

Südlich von Alsheim liegt die Ortsgemeinde Mettenheim. Besonders hübsch ist in der Hauptstraße das Rathaus aus der Zeit um 1600. Eigentlich ein Bau der Renaissance zeigt sich das Gebäude barock überformt, teilweise massiv und zum Teil mit Fachwerk und einem Treppenturm. Entlang der Hauptstraße ziehen sich in dem Ort weitere ältere Wohnhäuser und Hofanlagen aus dem 18. Jahrhundert bis ins 20. Nicht weit entfernt ist die evangelische Kirche aus den Jahren 1748 bis 1756. In dem spätbarocken Saalbau ist eine Stumm-Orgel aus dem Jahr 1762. Sehr schön sind die Portalseite mit dem Volutengiebel und der wohlproportionierte Dachreiter mit Kuppel und Laterne.