Alsbach-Hähnlein

Die Orte Alsbach und Hähnlein wurden 1977 zu einer Gemeinde zusammengefasst. Das im Jahr 779 erstmalig erwähnte Alsbach hat den Verwaltungssitz inne und südöstlich steht das Schloss Alsbach, das mit einigen Veranstaltungen nicht nur Mittelalterfans anlockt.

Das Rathaus in Alsbach steht in der Bickenbacher Straße. Der zweigeschossige kubische Bau ist mit einem flachen Pyramidendach gedeckt, stammt aus dem Jahr 1852 und steht unter Denkmalschutz. Auch weitere Wohnbauten oder Hofreiten aus den 18. und 19. Jahrhundert bekommt man in Alsbach zu Gesicht. Als Gesamtanlage steht die Kirchstraße unter Denkmalschutz mit dem ehemaligen Schulhaus aus Fachwerk (17. Jahrhundert) und acht Hofreiten sowie der evangelischen Kirche.

Die evangelische Kirche in Alsbach hat Wurzeln im 12. Jahrhundert, als dort bereits eine Kapelle genannt wurde. Hier ist wahrscheinlich heute der Chor. Betrachtet man den Bau genauer, fällt die Wehrhaftigkeit des Turms auf. Der stammt in den unteren Geschossen aus der romanischen Zeit. Obenauf ist der Glockenstuhl aus der Renaissance. Im Inneren sind Ausmalungen zu sehen und an der Empore Gemälde aus dem Jahr 1628.

Auch in Hähnlein finden sich einige Häuser, massiv oder aus Fachwerk, die unter Denkmalschutz stehen. Auffällig ist die kleine evangelische Kirche aus dem Jahr 1729 mit dem Dachreiter und den beiden Okuli links und rechts oberhalb des Portals. Das Innere der kleinen Saalkirche mit der Empore, die auf Stützen steht, zeigt sich mit dunklen Hölzern und einer Bilderserie. Hier fällt auf, dass zwei der Gemälde abgeschnitten sind. Das liegt daran, dass für die Orgel die Empore vergrößert werden musste – zum Leidwesen von Marias Verkündigung. Die Kirche hat einige hübsche Ausstattungsmerkmale.

In der Gernsheimer Straße steht das Herrenhaus des ehemaligen Hofguts aus dem Jahr 1720 unter Denkmalschutz. An dieses Hofgut schließt sich ein längerer Bau an, der heute das Heimatmuseum beherbergt. Das Ensemble wird auch als „Die Anstalt“ bezeichnet. Das rührt von der Verwendung her. In der Zeit von 1849 bis 1939 war „Die Anstalt“ Rettungshaus des evangelischen Landesvereins für innere und äußere Mission mit Heim. Gerettet wurden verwahrloste Kinder im Knabenerziehungsheim, die sich auf dem Gut mit Landwirtschaft befassten.