Zooviertel (Düsseldorf)

Der Düsseldorfer Stadtteil Düsseltal wird gemeinhin nur Zooviertel oder auch kurz Zoo genannt. Bis 1943 gab’s hier auch tatsächlich einen Zoo, der aber dann im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde.

Im Zooviertel liegt als eine grüne Lunge der Stadt Düsseldorf der Zoopark mit einem Teich, Wiesen und Spielplätzen. Der Zoopark wurde 1876 zusammen mit dem Zoo Düsseldorf eröffnet und 1951 zum Stadtteilpark umgebaut. An den ehemaligen Zoologischen Garten erinnert noch die Freitreppe am Teich, sie führte ursprünglich direkt zum Zoo-Restaurant. Heute ist sie idealer Standort um Modellboote zu Wasser zu lassen und die Wasservögel zu beobachten.

Bis zum Bau des ISS Dome war der Hauptspielplatz des Düsseldorfer Eishockeys (Düsseldorfer EG) das Eisstadion an der Brehmstraße, direkt am Zoopark gelegen. Heute ist hier weiterhin die Trainingsstätte und eine Heimspielstätte des Nachwuchses wie auch der Amateureder DEG. 1935 wurde das unbedachte Stadion seinerzeit gebaut, dann zerbombt und 1946 erneut errichtet. Es war mit über 10.000 Plätzen seinerzeit das größte Eisstadion in Deutschland. 1969 kam ein Dach drauf.

Die letzte Mühle im Düsseldorfer Stadtgebiet steht an der nördlichen Düssel im Zooviertel und entstand im 14. Jahrhundert. Die teilweise erhaltene Buscher Mühle wurde 1790 urkundlich genannt und ist heute eine kulturelle Begegnungsstätte. Die Buscher Mühle gehörte zum Buscher Hof und war eine Getreidemühle. Eines der drei Mahlwerke wurde im Inneren der Mühle rekonstruiert.

Der Stadtteil Düsseltal zählt zu den bevorzugten Wohngegenden der Landeshauptstadt durch die Grünflächen, Alleen, hübsche Villen und Wohnhäuser aus der Zeit um 1900, wovon einige unter Denkmalschutz gestellt sind. Wandert man bei einer Stadtteilerkundung durch die Hans-Sachs-Straße und guckt auf den Boden, liegt da der geografische Mittelpunkt von Düsseldorf: 51°14‘12‘‘ n.Br. – 6°48‘39‘‘ ö.L.

Im Zooviertel gab es einst eine Abtei mit dem Kloster Düsselthal. An dieses Kloster erinnert heute nur noch der Hungerturm in der Max-Planck-Straße. Auf dem Areal des Trappistenklosters der Zisterzienser entstand 1822 die Rettungsanstalt Düsselthal für Waisenkinder. Der Turm bestand wohl schon 1710 und gehörte zur Ummauerung des Trappistenklosters. Die Bezeichnung als Hungerturm erhielt das Bauwerk aufgrund der Geschichte. Es gilt die Hoffnung, dass sie nur zur Warnung erzählt wurde: Geriet ein Kind in den Turm und fiel diesem die Tür zu, war die von innen nicht mehr aufzukriegen. Das Kind musste also verhungern.

Am Paulusplatz 14 steht stolz die katholische Pfarrkirche St. Paulus als fünfschiffige neoromanische Basilika mit einer Doppelturmfassade. Sie entstand 1910-13 und wurde durch den Zweiten Weltkrieg beschädigt, in der Folgezeit jedoch leicht verändert wieder errichtet. Als ein historischer Schatz finden sich in der Kirche eine Madonnenstatue aus dem 13. Jahrhundert und ein Schmerzensmann aus dem 14. Jahrhundert.

Sehr viel jünger ist die evangelische Matthäikirche an der Lindemannstraße. Sie war der erste Sakralbau in Düsseldorf mit einer Stahlskelettkonstruktion. Das Stahlskelett ist mit Beton ummantelt und mit Backsteinen ausgefacht. Natursteinverkleidungen setzen Akzente. Die Matthäikirche wurde 1931 geweiht.

Ein weiterer Turm unter Denkmalschutz steht in der Grafenberger Allee, die das Zooviertel gegenüber Flingern abgrenzt. Hier steht der Uhrenturm, der 1875 als Torwärterhaus der Eisengießerei Haniel & Lueg gebaut wurde. Ein Stück weiter befindet sich die Haniel-Garage. Erbaut wurde der Auto-Tempel als erste Hochgarage Deutschlands 1953. Dazu gehörte damals obenauf ein Motel. Man erkennt die Fensterbänder, die Autos dahinter und über einen Stockwerkrahmen wird hochgefahren.