Wollersheim (Nideggen)

Wollersheim hat eine lange Geschichte. Auf der Wollersheimer Heide soll sich im 5. Jahrhundert die Schlacht von Zülpich abgespielt haben (in deren Folge sich Frankenreich-Gründer Chlodwig I. taufen ließ) und im 14. Jahrhundert wurde hier der Wollersheimer Frieden geschlossen.

Das zweite Ereignis erlebte die Alte Kirche von Wollersheim schon mit. Die Alte Kirche mit ihrem Turm aus dem 11. Jahrhundert gilt als eines der ältesten Sakralgebäude im Kreis Düren. Im Turminneren ist eine romanische Kapelle zu sehen. Die Alte Kirche heißt auch Pfarrkirche Heilig Kreuz. Sie wurde im 15./16. Jahrhundert restauriert. Die zweischiffige spätgotische Hallenkirche mit dem vorgesetzten romanischen Wehrturm dient heute als Friedhofskapelle.

Nachfolger der alten Kirche ist die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz. Die dreischiffige Hallenkirche mit integriertem Westturm wurde 1900-03 aus Feldbrandziegeln im Stile der für die Eifel durchaus untypischen norddeutschen Backsteingotik gebaut.

Unter Denkmalschutz steht die Brauerei Cramer in Wollersheim. Der Familienbetrieb braut seit 1791 mit Braugerste aus der Eifel und gilt als älteste Familienbrauerei in der Eifel. Die Brauerei weist als Baudatum ebenfalls das Jahr 1791 aus, wurde aber im 19. und 20. Jahrhundert den moderneren Fabrikationsbedingungen angepasst. Die Gesamtanlage bezeugt das Heranwachsen eines Braubetriebes über die Jahrhundertwenden.

Westlich von Wollersheim enspringt der Neffelbach, ein 40km langer Zufluss der Erft. Im Neffelbachtal stehen die Ruinen der Burg Gödersheim. Dabei handelt es sich um Relikte einer spätgotischen Wasserburg, die heute zum Teil von der Natur zurück erobert werden und ein bizarres Bild im Wald bieten. Einst bestand die Niederungsburg aus dem 14. Jahrhundert aus einem Burghaus und einer dreiflügeligen Vorburg. Auf dem Burgareal stehen auch Gebäude aus dem vergangenen Jahrhundert und zwar war hier eine Außenstelle der Rheinischen Kliniken Düren.

Entlang des Neffelbachtals finden sich einige Mühlenanlagen. Die Gödersheimer Mühle gehört dazu. Der Mühlenkomplex stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert. Im Herrenhaus, einem zweigeschossigen Bruchsteinbau, finden sich noch die Mahlstühle. Die Mühlenanlage bildet mit den zugehörigen Wirtschaftsgebäuden aus Fachwerk aus dem 17. Jahrhundert eine dreiflügelige Hofanlage. Auch ein Backhaus aus Sandstein gehört zum Ensemble.

Eine weitere Mühle aus alten Mühlenverzeichnissen und auch heute noch auf Karten markiert ist die Rentmühle am Neffelsbach und in der Folge die ehemalige Nicksmühle bei Embken. Die Nicksmühle stammt aus dem 16. Jahrhundert. Beeindruckend ist das noch funktionstüchtige größte oberschlächtige Wasserrad in der Region. Das Haus aus Bruchsteinmauerwerk dient Wohnzwecken. 

Die St. Agatha Kirche in Embken stammt ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert. Sie beherbergt eine Reliquie des St. Urbanus, dem Schutzpatron der Weinbauern. Auffallend in der Alten Schulstraße ist das Bruchsteinhaus, der einstige Vogtshof aus dem Jahr 1681, das aus 5 zu 5 Achsen besteht. 

Westlich von Embken liegt das Dorf Muldenau, das bis 1919 noch auf den Namen Pissenheim hörte. Die Burg Pissenheim ist bei ihrer Bezeichnung geblieben. Die Niederungsburg stammt aus der Zeit um 1500. Die einstige Wasserburg ist heute ein Wohnhaus mit großer Toreinfahrt. Die Pfarrkirche St. Barbara stammt auch aus der Zeit des 15. Jahrhunderts, mit einem Langhaus von 1866.

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